Zweiter Bericht
Donnerstag, 28. August 2008 | Autor: birte
25. August 2008
Heute Vormittag fuhr ich mit Jürgen zur Deutschen Botschaft hier in Addis, um meinen äthiopischen Pass zu beantragen. Die Sicherheitskontrollen sind wie überall hier enorm. Fotografieren darf man hier übrigens auch nicht alles… Die meisten staatlichen Gebäude und vor allem Brücken dürfen nicht abgelichtet werden. Das fällt mir gerade ein, weil ich die Kamera bei der Kontrolle abgeben musste.
Nachdem wir das erledigt hatten, versuchten wir herauszufinden, warum ein Mädchen (eine Aidswaise, die sich um ihre jüngeren Geschwister kümmern muss, ohne Einkommen zu haben) aus Hossaina ihr Abschlusszeugnis (von 2007) aus Addis nicht zugeschickt bekommen hat. Was für eine Odyssee. Wir wurden von Pontius zu Pilatus geschickt, immer eine Stufe der Hierarchie nach oben… Oben angekommen, wurden wir gebeten, nach dem Mittag wiederzukommen… Also fuhren wir erst einmal Chinesisch essen und besorgten mir dann einen Stadtplan von Addis. Anschließend fuhren wir wieder zur „Schulbehörde“ und wurden – nachdem wir etwa eine halbe Stunde im Vorzimmer mit der Sekretärin gewartet hatten – tatsächlich in das Büro des „head master“ gelassen. Ich wagte arg zu bezweifeln, dass wir irgendetwas herausfinden würden. Einen Computer gab es nur im Vorzimmer und ansonsten stapelten sich die Papiere… Die Ruhe und Gelassenheit, mit der der gutaussehende Mann im Anzug das Büro verließ und keine Minute später wiederkam, konnten nichts Gutes verheißen… Ich sollte mich täuschen. Die Akte des Mädchens wurde gefunden und uns wurde mitgeteilt, dass das Zeugnis verschickt worden sei. Sollte es nicht mehr auffindbar sein (wir werden an der Schule in Hossaina nachforschen, warum es nicht ausgehändigt wurde – könnte mit Korruption zusammenhängen), können wir – wenn wir die Beglaubigung des Mädchens und ein Foto mitbringen – für 35 Birr (das sind etwa 2,70 Euro) das Zeugnis noch einmal ausgestellt bekommen… Das Zeugnis ist für das Mädchen wichtig, da sie die weiterführende Schule besuchen möchte und nur mit dem Zeugnis die Berechtigung dazu hat.
Zurück auf dem compound bekam ich einen Anruf von Beate (mit der habe ich mich am Sonntag in der Deutschen Gemeinde lange unterhalten). Wir verabredeten uns für 17 Uhr am „siddist Kilo“. Ich erkundigte mich bei Thorsten, wie ich mit den blau-weißen Mini-Bus-Taxis dort am besten hinkäme. Das war etwas komplizierter als erwartet, der eine äthiopische Mitarbeiter erklärte mir, wo ich das Taxi verlassen und umsteigen müsse, um dann mein Ziel zu erreichen. Meinen Stadtplan steckte ich vorsichtshalber ein, obwohl die Beschreibung ganz eindeutig klang. Es goss mal wieder in Strömen (ich habe noch gar nicht berichtet, dass das Wetter hier ähnlich ist wie in Deutschland J nur, dass es wesentlich wärmer ist, wenn es länger nicht geregnet hat), so dass mir mein Orientierungssinn im Bus nicht ein Stück half. Ich hatte den Fahrer zwar gebeten, mir Bescheid zu sagen, wann ich umsteigen müsse, aber nun ja… Ich sollte vielleicht kurz erklären, wie das mit den Mini-Bussen funktioniert… Sie halten an bestimmten Punkten, dann geht die Schiebetür auf und ein Mensch springt heraus (im Regen bleibt er drinnen) und ruft laut, in welche Richtung das Taxi fährt, bzw. wie viele Plätze noch frei sind. Wenn alle drinnen sind (es gibt 9 Plätze und manchmal sitzen auch noch zusätzlich Leute auf dem Boden), geht die Fahrt los. Aussteigen kann man eigentlich überall, wenn man Stop sagt. Der Mensch, der für das Anpreisen der Plätze zuständig ist, sammelt auch das Geld der Mitreisenden ein. Ich gab ihm einen 10 Birr-Schein (also etwas weniger als einen Euro). Mein Sitznachbar fragte mich irgendwann auf Englisch wohin ich wollte und ob ich mein Wechselgeld wiederbekommen hätte. Ersteres war super, er wollte nämlich auch zum „siddist Kilo“ und bot mir an, mit demselben Taxi weiterzufahren. Wechselgeld? Nö, ich hatte ja nicht einmal eine Idee, was mich die Fahrt kosten würde. Er redete daraufhin kurz mit dem „Schreier“ auf Amharisch und plötzlich bekam ich tatsächlich 8,25 Birr zurück (rechnet selbst, was mich die Fahrt gekostet hat…). Das Umsteigen verlief mit Hilfe völlig problemlos und nachdem ich für das zweite Taxi 0,70 Birr bezahlt hatte, war ich am vereinbarten Treffpunkt angekommen. War schon eine sehr interessante Erfahrung. Beate und ich kopierten ihr amharisch Wörterbuch für mich, bzw. wollten es abholen, sie hatte es bereits vor Stunden in den Copyshop gebracht. Da es noch nicht fertig war, gingen wir in das nahegelegene Internetcafé. Mehr muss ich DAZU wohl nicht schreiben, das Resultat kennt ihr ja. Anschließend holten wir das Buch aus dem Copyshop und aßen in einem kleinen Straßencafé noch eine Art Nachos, mit Linsen gefüllt. Sehr lecker und zwei Stück kosteten gerade einmal 3 Birr… .
Um 20 Uhr (es war mittlerweile schon dunkel) machte ich mich dann auf den Rückweg. Es war schnell ein Mini-Bus-Taxi gefunden, das mich in meine gewünschte Richtung fuhr… es hielt jedoch nicht dort, wo ich planmäßig in das Anschlusstaxi einsteigen wollte. Ich stand plötzlich irgendwo, um mich herum viele Äthiopier und ich hatte absolut keinen Anhaltspunkt, wo ich mich befand. Ich wollte gerade meinen Stadtplan herausholen, als mich eine Äthiopierin ansprach und fragte, wo ich hin wolle. Ich nannte ihr mein Ziel und sie bot mich an, mich dorthin zu bringen, wo mein Anschlusstaxi fuhr. Wie nett, alleine hätte ich dazu eine Ewigkeit gebraucht, selbst sie musste sich durchfragen. Letztendlich fanden wir aber einen Mini-Bus und sie bat den Fahrer auf amharisch, mich an der richtigen Stelle herauszulassen. Das tat er dann auch – wobei ich die Stelle auch selbst erkannt hätte.
Naja, war jedenfalls eine sehr interessante Erfahrung und ich muss sagen, ich bin schon ein wenig stolz, mich an meinem dritten Tag in Addis alleine durchgeschlagen zu haben, ohne ein Wort amharisch zu sprechen. Gut, dass es hier so hilfsbereite Menschen gibt!
26. August 2008
Heute Morgen fuhren Stephi und ich um 8 Uhr in die Stadt, um ein paar Besorgungen zu machen. Ich revidiere hiermit meine Aussage, dass es hier keine „richtigen“ Läden gäbe… Wir waren in einem Supermarkt und kauften ein paar Sachen ein, die es in Hossaina nicht geben wird (Käse, Wurst, etc.). Anschließend fuhren wir zu einem Gemüselädchen, hinter dem sich –man ahnt es von außen definitiv nicht – ebenfalls ein Supermarkt verbirgt. Die Preise in den Supermärkten sind übrigens fast gleichzusetzen mit denen in Deutschland, das erklärt wohl, warum sie relativ schlecht besucht waren.
Auf dem Rückweg ließen wir noch Passfotos für meinen äthiopischen Pass anfertigen (wieder so Sträflingsfotos, auf denen man nicht lachen darf, aber hier kosten 4 Stück beim Fotografen immerhin nur 10 Birr…).
16 Uhr: Fahrt nach Hossaina
Die Landschaft ist einfach unbeschreiblich schön und eindrucksvoll. Verschiedene Grüntöne mal mit Bäumen, mal ohne, mal mit Bergen oder Hügeln, dann wieder flach. Die Akazien und vereinzelte Strohhütten dazwischen, dann wieder Dörfer oder Städte und immer Leute, mit ihren Tierherden oder einzelnen Eseln, die etwas Schweres transportieren. Frauen, die Holz aus dem Wald geholt hatten und es auf ihren Rücken trotz des heftigen Regens kilometerweit, meist barfuß, tragen. Dann massenweise Menschen, die auf Eseln reitend oder zu Fuß laufend auf dem Weg zu einer Trauerfeier sind (die Esel werden selten zum Reiten benutzt, Trauerfeiern sind eine Gelegenheit dafür). Die Straße ist zwar asphaltiert, jedoch ist sie zum Teil schon wieder durch den Regen und die Autos beschädigt, so dass wir die ca. 250 km in knapp vier Stunden zurücklegten. Hinzu kam das ständige Ausweichen vor den Tieren die einfach so auf der Straße herumlaufen. Der eine Esel hat noch einmal enormes Glück gehabt, die eine Katze hingegen, wird es vermutlich nicht überlebt haben.
An einer Stelle stand mitten auf der Straße ein Bus, bei dem an Ort und Stelle ein Reifenwechsel vorgenommen wurde… .
Um 19 Uhr war es bereits dunkel, so dass das Fahren noch anstrengender wurde. Denn nun waren auch die Menschen, die immer noch vereinzelt oder in Schaaren auf der Fahrbahn liefen, schlecht zu sehen. Wir erreichten Hossaina letztendlich gegen kurz vor 20 Uhr und stellten schon von weitem fest, dass Hossaina keinen Strom hat. Wir aßen bei Ritters im Kerzenschein Abendbrot, gut dass der Herd (für heißes Wasser) mit Gas betrieben wird. Anschließend begutachtete ich meine Wohnung (oder sollte ich besser schreiben mein Haus?) im Schein der Taschenlampe und Kerzen. Meine Unterkunft besteht aus einem Büro (Telefon und Internet bekomme ich dort die Tage), einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer mit Kamin, Sofa und zwei Sesseln, einem Regal (inkl. Bücher), einer großen Küche (mit Herd, Kühlschrank und Gefrierfach) mit abgetrenntem Essbereich, einer Abstellkammer und einem kleinen Badezimmer.
Jetzt ist es 22.17 Uhr und ich werde ins Bett gehen. Es ist nämlich nicht nur so, dass wir keinen Strom haben… auch das Wasser ist derzeit in Hossaina wohl abgestellt… Ich werde mich jetzt wohl mal draußen in die Büsche schlagen, in der Hoffnung, nicht von einer Hyäne beobachtet zu werden (haben vorhin schon eine gesehen)…
27. August 2008
Um 8 Uhr war ich bei Ritters zum Frühstück eingeladen. Stefan schlief noch, da er -als um 22.20 Uhr der Strom wieder lief- eine Nachtschicht eingelegt hatte und erst um 6.30 Uhr ins Bett gegangen ist. Nach dem Frühstück gingen Fu-Lan, Jan und ich im Regen über den compound und fuhren dann vom Eingangstor aus mit einem Dreirad-Taxi in die Stadt. Es war total kalt. In einem kleinen Supermarkt (eine kleine Hütte mit allen möglichen Dingen, die übereinander im Regal gelagert sind (eher Kiosk ähnlich…). Ich kaufte Toilettenpapier, Reis, Mehl, Spaghetti, Tomatenmark, Öl, Tee, Backpulver, Hefe, Kerzen, Streichhölzer, Waschmittel und, einen Regenschirm(!). In einem Gemüseladen kaufte ich noch Zwiebeln und in einem anderen Laden 1 kg Fleisch für 40 Birr. Dann gingen wir ins Telekommnunikationsbüro und fragten nach der Freischaltung meines Telefones und des Internetzuganges. Das Telefon sollte heute frei geschaltet werden, Internet evtl. morgen. Faszinierend finde ich, dass selbst hier niemand einen PC zu nutzen scheint…
Wir fuhren mit dem Dreirad-Taxi, das pro Strecke 1 Birr kostet, zurück zum compound. Dort tranken wir in der Caféteria einen makiyato (einen Kaffee mit wenig Milch), der allerdings wesentlich besser schmeckt als in Deutschland. Die Tasse kostet 1,50 Birr… in Addis 2,50 Birr.
Wieder zu Hause, räumte ich die Einkäufe aus und räumte dann meinen Koffer aus. Anschließend dekorierte ich die Wohnung ein bisschen und kochte Wasser ab und filterte es. Später kam dann Ful-Lan mit meiner zukünftigen Angestellten, die ab morgen für mich kochen, waschen und putzen wird. Sie bekommt 20 Birr pro Tag.
Ich fragte Fu-Lan, wie das mit dem Müll hier sei. Das nicht getrennt wird, hatte ich schon in Erfahrung gebracht. Wir gingen in den Garten und mir wurde mitten im Gras ein Holzbrett gezeigt. Wir schoben es zur Seite und zum Vorschein kam eine unterirdische Müllhalde…
Um 17 Uhr machte ich mich zu Fuß auf den Weg zu einem Geschäft, in dem man Brot kaufen kann (ja, bei uns würde man es wohl als Bäckerei bezeichnen…, aber hier wird es wirklich nur verkauft und außer Brot (das übrigens sehr lecker ist) auch nichts weiter. Der Regen hatte mittags aufgehört und ich habe die Kraft, die die Sonne hat, definitiv unterschätzt und war viel zu warm gekleidet. Nebenbei machte ich viele Fotos und wurde von vielen Äthiopiern gefragt, woher ich käme, ob ich etwas suchte und von ein paar kleineren Kids wurde ich angebettelt.
Etwas schockiert war ich, als ich einen Mann an Krücken sah, dessen Unterschenkel im 90° Winkel zum Oberschenkel vom Knie abging und dessen Hände amputiert waren. Klingt etwas makaber, aber eigentlich hätte ich diesen Menschen fotografieren müssen, das lässt sich gar nicht beschreiben. Irgendwie beeindruckend, dass der die Kraft aufbringen kann, sich noch selbstständig draußen fortzubewegen… okay, es wird ihm nicht viel anderes übrig bleiben, aber trotzdem. Da wird einem so richtig bewusst, wie gut es einem selber eigentlich geht und über was für Nichtigkeiten man sich (in Deutschland) den Kopf zerbricht.
Faszinierend fand ich, dass an verschiedenen Stellen draußen an der Straße Krökeltische stehen, die auch genutzt werden. Eine Gruppe von Kindern wollte unbedingt, dass ich sie fotografiere und sie freuten sich, als ich ihnen die Bilder dann zeigte. Die Leute, die sich die Schuhe putzen ließen, wollten nicht, dass ich sie fotografierte, ebenso wenig wie die Frau, die Wäsche wusch… Ich habe sie also nur von Ferne fotografiert. Ich habe die Menschen beobachtet und versucht, so viele Eindrücke wie möglich aufzunehmen. Es war einfach herrlich und ein total schönes Gefühl. Ich habe jeden Augenblick genossen.
Auf dem Weg traf ich Präsident Solomon, den ich natürlich nicht wiedererkannte (er wurde mir morgens vorgestellt, so wie viele andere Leute auch….). Ich treffe mich morgen um 9.30 Uhr mit ihm, damit wir uns gegenseitig kennenlernen, er hat sein Büro hier auf dem compound.
Gegen 18.30 Uhr war ich kurz bei Jürgen, er gab mir einen Plan des compounds. Danach telefonierte ich kurz mit Natalie und meiner Ma. Jaa, das Telefon funktioniert! Jetzt fehlen nur noch der Internetzugang und eine funktionierende Toilette. Es stellte sich nämlich heraus, dass das Wasser nur bei mir draußen abgestellt war. Allerdings füllt sich anstatt des Wasserkastens der Fußraum des Badezimmers mit Wasser… Also muss erst einmal ein Eimer her halten… Jetzt werde ich noch Abendbrot essen und dann ins Bett gehen. Ich heize übrigens gerade… . Abends ist es hier wirklich kalt!
28. August 2008
Es ist 9 Uhr und meine Angestellte ist gerade gekommen. Schon aufregend, sie spricht nur Amharisch und kein Wort Englisch. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und irgendwelchen Wörtern, die einer Art Geheimsprache ähneln, die man nicht beherrscht. Es wird Zeit, dass ich wen finde, der mir Amharisch beibringt. Ich werde Jürgen später einmal fragen. Jetzt werde ich mich jedoch erst noch einmal nach ihrem Namen erkundigen, denn den habe ich mittlerweile auch schon wieder vergessen… . Okay… das hat geklappt. Sie heißt Tagesetsch (zumindest spricht man es so oder so ähnlich aus) el Sado (das ist der Name des Vaters). In der Regel haben die Leute hier drei Namen. Den Vornamen, den Namen des Vaters und meist den des Großvaters.
Um 9.30 Uhr kam der Reverend Solomon, seines Zeichens Pastor. Ich bat ihn herein und bot ihm einen Tee an. Er nahm im Wohnzimmer platz. Er sprach ein Gebet und bat Gott, mich während meines Jahres hier zu behüten und zu beschützen. Danach stellte er sich mir noch einmal persönlich vor und meinte, ich solle keine Angst haben, wenn ich von Äthiopiern angesprochen oder angebettelt würde. Das sei normal, da ich Weiße sei (An dieser Stelle bietet es sich vielleicht an zu erwähnen, dass ich das Anbetteln hier als weitaus harmloser empfinde als damals, als ich mit meinen Eltern Anfang der 90er in St. Petersburg gewesen bin). Er gab mir seine Telefonnummer und meinte, ich könne mich jederzeit bei ihm und seiner Familie melden, vor allem, wenn ich mich alleine fühlte. Er würde auch zusehen, dass er mich möglichst zeitnah zu sich nach Hause einlädt, damit ich seine Familie kennenlernte. Er trank seinen Tee aus, obwohl er ihn nicht mochte(wie er ehrlich sagte), da ich ihm keinen Zucker anbieten konnte…
Nach dem Besuch des Reverends versuchte ich Tagesetsch klarzumachen, dass ich gerne Amharisch lernen wollen würde. Sie hat es – glaube ich – verstanden, zumindest hat sie mir ein paar Worte beigebracht (Frau, Essig, Salat und Salz sowie die Zahlen) und mir bei der Aussprache geholfen. Zum Mittag gab es heute Reis, Kohl mit Möhren und als Salat Kohl mit Tomaten. Als Tagesetsch wiederkam, sagte ich ihr auf Amharisch, dass es sehr lecker gewesen sei (sie hat es verstanden und sich bedankt). Wenn Tagesetsch weg ist, möchte ich mit dem Dreirad-Taxi ins Zentrum fahren, um Papier und Zucker zu kaufen. Klar, das könnte ich auch Tagesetsch machen lassen, aber ich hab ja sonst nicht so viel zu tun. Außerdem kann ich dann gleich mal versuchen, ob ich mich mit den Worten, die ich nachgeschlagen habe, auf Amharisch verständlich machen kann… . Ach herrje… habt ihr schon einmal versucht, jemandem mit Händen und Füßen zu erklären, dass ihr kein Kleingeld habt und deshalb für 5 Tage im Voraus bezahlt? Es hat gedauert, aber ich konnte es Tagesetsch auf Amharisch verständlich machen. Ich drückte ihr 100 Birr in die Hand und sagte auf Amharisch „5“ und „Tage“. Sie bat mich um Zettel und Stift und rechnete. Anhand der Rechnung habe ich gesehen, dass sie verstanden hat (sie schrieb 1x 20 + 20 + 20 +20 + 20 und anschließend kam ein „ok“ bzw. „ésché“ dabei heraus).
Im Zentrum war ich und habe für die Hinfahrt nicht einmal etwas bezahlt, der Fahrer wollte kein Geld. Nett. Im „Supermarkt“ habe ich kein Amharisch gesprochen, ach doch, ich habe auf die Frage wie viel ich haben möchte „and kilo“ gesagt und folglich ein Kilo bekommen J. Das war dann aber auch schon alles. Im Schreibwarenladen wurde ich gleich auf Englisch angesprochen. Dem Taxifahrer auf der Rückfahrt habe ich dann auf Amharisch gesagt, ich wolle aussteigen. Da er angehalten hat, hat er mich wohl verstanden, vielleicht lag es auch daran, dass ich überhaupt irgendwas gesagt habe. Naja, immerhin habe ich ohne Probleme alles bekommen und ein paar Worte konnte ich ja anwenden.
Hallo Kleine,
wenn du immer so viel schreibst, komme ich ja zu nichts anderem mehr!!!! Aber es gefällt mir und ist super spannend zu lesen. Ich hoffe noch auf ein paar Fotos, wenn du denn endlich vernetzt bist.
Gruß mammamia
Danke, Birte. Jetzt bin ich doch noch heute Abend dazu gekommen, alles durchzulesen. Dabei spricht doch auch gerade unser hoffentlich zukuenftiger Praesident Barack Obama auf der Demokratenkonvention. Naja, auf jeden Fall sehr spannend deine ersten Tage dort und sehr interessant. Kannst du im Internet Cafe auch Photos auf die Website laden?
Muck