Geburtstagsfeier, Weihnachten, Silvester (21. Bericht)
Mittwoch, 31. Dezember 2008 | Autor: birte
14.12.2008
Nachdem ich zurück in Hossana war, lud ich meine Nachbarn für morgen zum Kaffeetrinken ein. Da es allen abends besser passte, änderte ich meine Pläne. Ritters wollen meiner Angestellten morgen sagen, dass sie den ganzen Tag bei mir zubringen solle und was sie zubereiten solle. Normalerweise ist sie nachmittags bei Ritters. Fu-Lan macht einen Salat. Es sagten alle (Heidi, Mirja, Franz, Klaus, Emnet und Ritters) zu zukommen. Nur Jürgen ist leider noch ein paar Tage in Addis und Adane hatte ich nicht erreicht.
15.12.2008
Heute Morgen gab ich Tago Geld, damit sie einkaufen gehen konnte. Heidi rief mich an und fragte, ob es okay sei, wenn sie noch zwei finnische Gäste (Matti und Satu) mitbrächte. Klar, kein Problem. Nach der Schule ging ich dann noch mit Emnet zur Post und fand doch tatsächlich Geburtstagsgrüße aus Deutschland vor. Wie nett. Bei meinen Vorbereitungen –viel hatte ich ja DANK meiner Angestellten nicht zu tun – zog ich mir an Franz‘ Hecke zwei fiese Kratzer am linken Unterarm zu. Bei Franz standen nämlich die Softdrinks im Kühlschrank, da meiner mit anderen Dingen randvoll gefüllt war. Um 17.30 Uhr trudelten meine Gäste langsam ein. Fu-Lan hatte neben dem Salat auch noch einen Kuchen gebacken. Total nett. Als alle da waren, bedankte ich mich für das Kommen meiner Gäste und natürlich für die Geschenke. Anschließend erklärte ich das äthiopische Buffet für eröffnet. Es gab Tibbs, Atakane, Wot, Kitfo, Salat, etc. . Den Küchentisch hatte ich zum Essen ins Wohnzimmergeräumt, der Tisch meines Arbeitszimmers diente in der Küche für das Buffet. Es fand eine lustige Unterhaltung statt. Ritters gingen mit den Kids etwas früher, der Rest blieb noch bis ca. 21.30 Uhr. Es war ein SEHR netter Abend. Das wurde mir auch von meinen Gästen mitgeteilt.
Wie nett, dass auch das Aufräumen und den Abwasch morgen jemand anders für mich macht… So feiert man doch gerne J
16.12.2008
Heute in der Schule hörten wir die Weihnachtsgeschichte und sangen Weihnachtslieder (Lektionen des Fernschulmaterials): Vom Himmel hoch; Ihr kinderlein kommet; Kommet ihr Hirten; Oh du fröhliche. Naja. Immerhin keine schneebezogenen Lieder… Aber ein bisschen komisch ist es schon, bei der Wärme Weihnachtslieder zu singen.
Nachmittags war ich in der deaf school. Ich vermittelte einer Schülerin in Zeichensprache, dass sie mir doch bitte den Schlüssel besorgen solle. Hat gut geklappt. Während wir warteten, fragten mich einige Schüler, woher ich die großen Kratzer hätte. Faszinierend, wie gut man sich mit Händen und Füßen verständigen kann. Nachdem ich alle Computer am Laufen hatte, gab es mal wieder einen Stromausfall. Wie schön, dass ich gerade dabei war, zu erklären, wie man die PCs richtig ausschaltet… War wohl nichts.
Abends verfasste ich dann noch den Bericht über unsere Westtour.
17.12.2008
Heute säten wir im Unterricht Kresse und sangen Weihnachtslieder.
Als ich mit Heidi und Mirja zu Ritters zum Essen ging, bedankten sich die Finninnen noch einmal für die nette Feier am Montag. Sie meinten, das hätte es so noch nie gegeben, das sollten wir ruhig öfter mal machen. Nachdem wir gegessen hatten, fuhr ich mit Heidi zur deaf school. Matti und Satu kamen heute dazu. Matti reparierte die Steckdosen notdürftig und fotografierte, während ich den Schülern das Wordprogramm versuchte nahe zu bringen. Da ich heute mal einen Stift fürs Whiteboard zur Verfügung hatte, klappte das sogar ganz gut.
Nachmittags kamen Semenesh und ihre Schwester zu mir. Wir unterhielten uns eine Weile, aber lange blieben sie nicht. Später kamen dann noch Matti und Satu vorbei. Ich zeigte ihnen die Schule und anschließend aßen wir bei ihnen im Gästehaus Abendbrot. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, bevor wir uns entschlossen, noch ein bisschen gemeinsam Klavier zu spielen. Es war ein sehr netter Abend. Ich lud sie für morgen Mittag zum Essen bei mir ein.
18.12.2008
Letzte Nacht habe ich mir wohl einen Nerv eingeklemmt. Ich wachte mit tierischen Rückenschmerzen auf.
In der Schule bastelten wir –wie von der Fernschule vorgegeben –einen Stall aus Pappe, mit kleinen Papierfiguren (Maria und Josef, Krippe, Hirten und Schafe) einem Dach aus Zweigen und Blättern. Wir legten den Stall mit „Stroh“ aus, indem wir viele Grashalme zerschnitten. Wir ließen unserer Kreativität freien lauf und ergänzten noch einen kleinen Holzhaufen als Feuerstelle. Während wir bastelten, hörten wir noch einmal die Weihnachtsgeschichte und sangen die Lieder.
Gegen 13 Uhr kamen Matti und Satu zum Essen. Um 15 Uhr war ich mit Jürgen verabredet. Er bat mich eine Auflistung aller meiner Fahrten nach Addis zu machen. Irgendjemand hat wohl angefragt, wieso ich so oft in Addis sei. Wer das gewesen ist, weiß ich nicht. Das hat mich mehr getroffen als ich es mir habe anmerken lassen. Wir fuhren danach zu Semenesh und gingen mit ihr und Salomon noch etwas trinken. Ich hatte allerdings keinen Appetit. Dass wir ausgerechnet heute Abend noch mehrere Stunden keinen Strom hatten, war für meine Stimmung nicht gerade förderlich.
19.12.2008
Heute haben wir in der Schule Popcorn gemacht. Um 12 Uhr kam Semenesh, um mit mir ein paar Dinge zu besprechen. Nachmittags füllte ich mit Jürgen Urlaubsanträge aus, bevor wir zu Ritters gingen, um einen Termin für die Vorbereitung des Programms am Langano zu vereinbaren. Abends sah ich dann noch einen Film.
20.12.2008
Heute blieb ich etwas länger im Bett, da meine Rückenschmerzen noch nicht einen Deut besser waren. Später veröffentlichte ich den Bericht der Westtour und lud Fotos hoch. Die Internetverbindung ließ allerdings zu wünschen übrig. Mittags bekam ich dann noch kurz Besuch von den Finnen. Als sie weg waren, las ich ein bisschen und besuchte dann noch kurz Franz, bevor ich mich noch einmal mit dem Internet befasste.
21.12.2008
Heute Morgen wurde ich um 8.30 Uhr von mehreren Kindern geweckt, die permanent an alle meine Fenster und Türen klopften. Nach zwei Stunden hatte ich die Nase voll und wartete vor der Haustür auf das nächste Klopfen. Es folgte umgehend. Ich stieß die Tür auf. Wie blöd, dass einer der Jungs die Tür genau an den Kopf bekommen hat J. Die Kinder liefen davon und trieben ihr Unwesen bei Ritters, die allerdings nicht zu Hause waren. Franz und ich feierten den 4. Advent mit einem Bierchen auf der Veranda, aßen dazu Spekulaziuskekse und Marzipankartoffeln, die ich hatte einfliegen lassen.
Abends fuhren wir dann noch in die Stadt, etwas essen. Ich bekam einen handschriftlichen Zettel auf Amharisch, mit den Gerichten, die es gab. Super. Nach einiger Zeit bekamen wir das dann auf Englisch. Ich aß zwei Hähnchenschenkel mit Reis und dazu Salat. Ich traute mich, den Salat zu essen. Wie sich später herausstellte, blieb dieses Wagnis ohne Folgen. Zum Glück.
22.12.2008
Heute passierte nicht viel. In der Schule das übliche Weihnachtsgeschehen. Das geplante Keksebacken am Nachmittag musste leider ausfallen, da es Fu-Lan nicht gut geht.
23.12.2008
Vormittags normal Unterricht, anschließend deaf school. Keine besonderen Vorkommnisse. Nach der deaf school traf ich mich mit Jürgen und Stefan, zur Vorbereitung des Eröffnungsabends am Langano. Danach schaute ich noch bei Franz vorbei, um ihm die Uhrzeit für unser Weihnachtstreffen morgen mitzuteilen. Hanna und Klaus waren auch dort.
24.12.2008
Heute Vormittag fand normaler Unterricht statt, wobei wir die letzte Stunde bastelten. Mittags verfasste ich ein paar Weihnachtsmails und traf noch ein paar Vorbereitungen für den heutigen Abend. Um 17.30 Uhr wollten wir Deutschen uns bei Jürgen treffen, um gemeinsam den Heiligen Abend mit einem Essen zu begehen. Jeder hatte etwas mitgebracht. Als ich kam, leuchtete Jürgens Weihnachtsbaum in vielen verschiedenen Farben. Ichschaffte es gerade noch, ein Foto zu machen, bevor der Strom uns verließ. Wir zündeten ein paar Kerzen an. Wie gut, dass Kerzenschein ja gut zu Weihnachten passt J. Wir aßen und unterhielten uns. Es war ein SEHR netter Abend. Allerdings muss ich gestehen: Es hätte auch ein Treffen zu jedem anderen Anlass sein können. Nach Weihnachten war –zumindest mir – nicht zu mute.
Gegen 21.15 Uhr, der Strom war gerade wiedergekommen, brach auch ich bei Jürgen auf und schaute noch kurz bei Franz rein. Zu Hause packte ich meine Geschenke aus.
Gegen 23.40 Uhr riefen dann meine Eltern und meine Tante an. Wir telefonierten eine ganze Weile.
Es war wirklich ein ganz besonderer, aber sehr netter Abend.
25.12.2008
Heute Morgen, war wie immer um 9 Uhr Unterricht. In der Pause telefonierte ich mit Stephi aus Addis, die mir frohe Weihnachten wünschen wollte. Wie nett. Nach der Schule rief ich meine E-Mails ab und recherchierte noch etwas im Internet. Gegen 16 Uhr rief mich Fu-Lan an, um sich für die Geschenke zu bedanken und um mir eine gute Reise nach Addis morgen zu wünschen. Sehr nett. Auch ich bedankte mich für das tolle Geschenk und wir klärten noch ein paar Dinge.
Später ging ich dann zu den Matti und Satu, um zu fragen, was sie Silvester machten. Wir entschieden uns zusammen zu feiern. Wir spielten noch ein bisschen Klavier und dann ging ich nach Hause. Ich muss mich ja morgen um ca. 4.30 Uhr zu Fuß auf den Weg zum Busbahnhof machen.
26.12.2008
Heute Morgen lief ich also zum Busbahnhof. Ich nahm die Abkürzung und vergaß leider dabei, dass der Weg gar nicht beleuchtet ist. Naja. Nach 30 Minuten erreichte ich den Busbahnhof. Hossana war noch im Tiefschlaf. Keine Menschenseele am Bahnhof, er war noch geschlossen. Nach und nach kamen mehr Leute und um ca. 6 Uhr wurde das Tor geöffnet. Ich fand meinen Bus sofort, obwohl es ein Gewimmel war, wie man es sich kaum vorstellen kann. Ich weiß gar nicht, woher die vielen Menschen plötzlich kamen. Jedenfalls fand ich einen Platz. Um 6.30 Uhr verließen wir den Bahnhof. Die Sonne ging langsam auf und erschien wie ein orange-roter Ball am Horizont. Leider hatte ich meinen Fotoapparat im Rucksack, so dass ich nicht heran kam. Einfach traumhaft.
Unterwegs hatten wir zwei Reifenpannen, ansonsten verlief die Fahrt reibungslos, so dass wir gegen 13.30 Uhr Addis erreichten. Ich bezog mein Zimmer und unterhielt mich dann mit Silke (der neuen Praktikantin in der German Church School). Ich fuhr mit ihr nach Addis rein. Erst zum Merkato und dann zum Hilton, Geld holen. Nachmittags schaute ich dann bei Schuerhoffs vorbei, um die weitere Planung zu besprechen. Später fuhr ich mit Silke, Janka und Martin zum Inder. Das essen war sehr lecker. Gegen 22 Uhr fiel ich dann todmüde in mein Bett.
27.12.2008
Die Nacht verlief ziemlich schlaflos. Warum? Nun ja, ab 23 Uhr musste ich mich im Ein-Stunden-Rhythmus übergeben. Gegen 3 Uhr waren die Magenkrämpfe so schlimm, dass ich dachte, ich würde sterben. Natürlich hatte ich weder Medikamente noch etwas zu trinken oder essen dabei. Wir blöd, denn das Leitungswasser zum Nachspülen zu benutzen, hielt ich für keine gute Idee.
Gegen 21 Uhr rief ich Schuerhoffs an, ich war um 10 Uhr mit Hanna und Thorsten verabredet. Stephi brachte mir sofort Elektrolyt-Lösungen, Janka eine Wärmflasche und Salzkracker. Total lieb. Stephi sah alle zwei Stunden nach mir und rief zwischendurch mehrfach an. Martin und Silke boten mir ihre Laptops an, damit ich Filme gucken könne. Gegen 16.30 Uhr erbrach ich mich das letzte Mal. Stephi machte mir dann zum Abendessen eine Nudelsuppe, die ich auch tatsächlich bei mir behielt. Mit Ritters hatte ich vereinbart, dass ich den Bus erst am Montag Morgen nehmen sollte.
28.12.2008
Die Nacht verlief ruhig. Gegen 11 Uhr ging ich zu Thorsten, um die Kinderbibeleinheit am Langano zu planen (der Grund, weshalb ich ja überhaupt in Addis war). Mein Kreislauf war noch nicht ganz stabil, aber sonst ging es mir deutlich besser. Ich aß dann auch mit Thorsten zu Mittag. Nachmittags kaufte ich Obst für den Obstsalat, den ich mit Jan am Mittwoch machen werde. Abends passte ich auf die Kids auf, war total nett. Als Thorsten und Stephi zurückkamen, quatschten wir noch eine Weile und dann ging ich ins Bett.
29.12.2008
Mein Wecker klingelte um 4.30 Uhr und um 5 Uhr kam mein Taxi. Reta erschien ebenfalls auf dem compound. Als ich ihn fragte, was er hier machte, antwortete er, dass er mich doch nicht alleine zum Busbahnhof fahren lassen könne. Er harrte auch aus und wartete mit mir, bis der Bus um 6.45 Uhr losfuhr. Ich schlief die Fahrt über – sofern das möglich war, denn das Fenster hinter mir war defekt… Mittags erreichte ich Hossana. Ich rief meine Mails ab – das Internetfunktioniert derzeit in Addis nicht – und dann fragte ich Ritters, ob ich heute Nachmittag unterrichten solle. Sie meinten, ich solle mich noch ein wenig ausruhen. Das tat ich und kümmerte mich um den Eröffnungsabend am Langano. Später besuchte ich Franz und ging recht früh schlafen.
30.12.2008
Nach dem Unterricht ging ich zur deaf school. Einer der PCs hatte ein vertikales Display. Eine echte Herausforderung, wo doch Lehrer hier nicht sagen, dass sie etwas nicht wissen… Ich schaffte es tatsächlich, das Problem zu beheben. Nach dem Computerkurs ging ich zu Ritters. Fu-Lan und ich wollten heute mit Jan und Tobi Kekse backen. Wir bereiteten den Teig zu, unterhielten uns eine ganze Weile, rollten dann den Teig aus. Die Kids stachen die Formen aus und bestrichen die Plätzchen mit Eigelb. Gerade als wir das erste Blech in den Ofen stellen wollten, blieb der Strom weg.
Mein Telefon und Internet gehen seit heute nicht mehr. Es kommt eine Durchsage, dass ich meine Rechnung nicht bezahlt habe… -Kann NICHT sein!
Zu Hause kümmerte ich mich um den Eröffnungsabend.
31.12.2008
Heute machte ich in der Schule mit Jan Obstsalat. Wir hatten gestern das erste Halbjahr der Klasse 1 stofflich beendet. Wir schnitten Papaya, Mangos, Bananen, Orangen, Äpfel und Wassermelone. Es war sehr nett und hat uns beiden viel Spaß gemacht. Gegen 12 Uhr aßen wir mit Jürgen bei Ritters zu Mittag. Unseren Obstsalat gab es zum Nachtisch. Anschließend sprach ich mit Jürgen noch den Eröffnungsabend durch, ging einkaufen und besuchte das Telekommunikationsbüro. Ich legte meine bezahlte Rechnung vor und sie meinten, sie würden gegen 19 Uhr kommen, um es zu reparieren. Als um 19.30 Uhr niemand gekommen war, hab ich meinen Hörer ab… und siehe da! Es funktionierte!
Seit 18 Uhr geht der Strom an und aus und an und aus. Nervig. Um 20 Uhr war ich mit den finnischen Gästen Satu und Matti zum Essen verabredet. Aufgrund der Stromschwankungen entschieden wir, bei mir zu bleiben. Es gab Nudeln und Sekt. Die beiden waren recht müde, so dass sie um 22 Uhr gingen. Ich werde jetzt mal Jürgen aufsuchen und fragen, ob er noch einen Sekt mit mir trinken mag.
Ich wünsche euch einen guten Rutsch in das Jahr 2009!!!!
Thema: Allgemein | Beitrag kommentieren