20. Bericht
Samstag, 6. Dezember 2008 | Autor: birte
30. November 2008
Die letzten Tage war nicht so viel los. Ich hab ein bisschen gekränkelt und habe mich nachmittags ausgeruht. Ich habe ein riesiges Paket von meinen Eltern bekommen, das zwar geöffnet wurde, aber der Inhalt scheint – nach Rücksprache mit meinen Eltern – vollständig zu sein. Ansonsten? Ja, ich habe den Vorstand gebeten, mich von meinem Amt der Hauptjugendleitung zu entbinden. Dieser Schritt war längst überfällig, das ist mir allerdings erst kürzlich bewusst geworden.
Heute Morgen nahm mich dann Jürgen mit zu einem Konfirmationsgottesdienst im outreach-Gebiet.
In Butajira fuhren wir in Richtung Zeway und kamen durch die Gegend des Berberee (Pfeffers). Ich war also dort, wo der Pfeffer wächst.
In einem kleinen Ort sammelten wir ein paar Leute ein, die mit zu dem Gottesdienst fahren wollten. Wir fuhren so richtig in die Wallachhei, vorbei an Stroh, das Mitten auf dem Weg lag. Rechts und links weit und breit keine Häuser zu sehen, nur vereinzelte Menschen, die auf den Feldern arbeiteten. Als wir unser Ziel (drei Häuser!) erreicht hatten, stiegen wir aus. Mit großen Tüchern und Holzstangen wurde ein überdachter Raum improvisiert, der heute als Kirche fungierte. Ich durfte mir zuerst das Grashaus von innen ansehen und Fotos machen. Dann filmte ich den Einmarsch des Chores und der Pastoren. Von 8 Konfirmanden waren anfangs nur 5 erschienen. Insgesamt nahmen 36 Leute an dem Gottesdienst mit Abendmahl teil. Ein Konfirmand schaffte es gerade noch, vor dem Abendmahl zu erscheinen und wurde konfirmiert. Ein weiterer kam erst danach. Er hatte einen langen Fußmarsch zurückgelegt, wurde dieses Mal aber nicht mehr konfirmiert. Der zuletzt Konfirmierte antwortete auf Jürgens Frage, ob er das Glaubensbekenntnis kenne total ehrlich:“ Nur zur Hälfte“. Die „Gemeinde“ hat natürlich gelacht. Nach dem Gottesdienst wurden wir in das Grashaus zum Essen eingeladen. Es gab Wot – sehr scharf! Anschließend gingen Jürgen und ich noch kurz zu den Nachbarn. Wir betraten das Grashaus. Da dort Muslime wohnten und die Männer nicht zu Hause waren, meinte Jürgen, ICH hätte das Grashaus sehen wollen, da es neu für mich sei. Er als Mann durfte als Mann eigentlich nicht hinein. Sie werden sich aber noch lange daran erinnern, dass zwei weiße Christen ihr Haus betreten haben… .
Am 1. Dezember 2008 telefonierte ich eine ganze Weile mit Natalie.
Am 2. Dezember fuhren Ritters und ich nach der Schule nach Addis. Auf dem Weg nach Gulale (GHM compound) gingen wir im „New York“ essen und im Shoa Supermarkt einkaufen. Abends hatte ich dann ein Treffen mit Thorsten und Henning bei Schuerhoffs, um die Eröffnungsveranstaltung am Langano zu planen. Das ging recht schnell, da wir uns über die Idee sofort einig waren.
Am 3.und 4. Dezember trafen Ursel, Nina Dürr, Fu-Lan, Stephi und ich uns für unser zweitägiges „Frauentreffen“. Wir behandelten die Themen „Kommunikation“, „Cross Culture“ und „schuld und Schamgesellschaft“. Es waren zwei sehr interessante Tage, bei denen wir uns alle auch näher gekommen sind.
Am 3. Dezember habe ich mich abends noch eine Weile mit Nina Dürr und Hermann Kruse (Westen) unterhalten. Anschließend suchte ich Stephi im Büro auf und half ihr bei der Arbeit… oder habe ich sie doch eher davon abgehalten? Jedenfalls saßen wir dort bis 0.20 Uhr.
Am 4. Dezember unterhielt ich mich eine Weile mit Hanna, während wir mit Jeri spielten. Abends fand Simons (ADiAler im Westen) Abschied statt. Wir (Behrends, Schuerhoffs, Simon, Hermann, Janka, Nina, ich, Kurt-Jürgen Schmitt) aßen im Gästehaus. Es gab ein leckeres Buffet. Simon berichtete von seinem Bewerbungsgespräch im ELM (Waldorfschule), sehr lustig. Anschließend war ich noch mit Thorsten verabredet, um die Kinderbibelwoche im Januar zu planen. Danach quatschen Stephi, er und ich noch eine Weile.
Am 5. Dezember machten Jan und ich in Addis Schule. Anschließend spielte ich noch ein bisschen mit Jeri, bis es Mittag gab. Nachdem Essen verabschiedete ich mich von Stephi und fuhr mit Ritters nach Hossana.
6.Dezember
Heute schlief ich aus und verbrachte den Tag im Internet, um noch Sachen für die Langano-Woche im Januar zu suchen. Der Nikolausi hat auch mich bedacht, so dass ich ein paar Geschenke auspacken durfte. Jetzt muss ich schnell noch Sachen für die Westtour packen, bevor ich ins Bett gehe.
Wir starten morgen, 7.12. um 6 Uhr und kommen am 12.12. abends in Addis an. Vermutlich werden wir dann das WE dort verbringen. Wundert euch also nicht, wenn ihr länger nichts von mir hört.
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