23. Bericht
Samstag, 24. Januar 2009 | Autor: birte
Freitag, 16.1.2009
Heute machten wir uns nach dem Unterricht auf den Weg nach Addis. In Butajira wollte Stefan tanken, doch an keiner der Tankstellen war Benzin zu bekommen. Wir waren dicht davor, es auf dem Schwarzmarkt zu besorgen, als uns dich Nachricht ereilte, dass die Shell-Tankstelle jetzt Benzin hätte… Komisch, hatten wir doch gar keinen Tankwagen kommen sehen. Naja, wir stellten das nicht lang in Frage, sondern tankten, um dann schnell nach Addis zu kommen.
Als wir Addis gegen 17 Uhr erreichten, ließ ich mir von Stephi mein Zimmer zeigen und dann unterhielten wir uns noch eine ganze Weile, während wir uns nebenbei mit Jeri beschäftigten. Abends war ich zum Abendessen bei ihnen eingeladen. Wir planten die Organisation des Wochenendes. Da sie keinen Babysitter hatten, bot ich an, am Sonntag auf die Kids aufzupassen. Dann kann ich morgen an den Feierlichkeiten der EECMY teilnehmen und Stephi am Sonntag.
Später setzten Silke und ich uns noch ins Gästehaus und quatschten. Hermann gesellte sich zu uns und erfuhr von Jürgen, dass er am Sonntag im Rahmen der Feierlichkeiten ins Sheraton eingeladen sei. Und dass, wo es Hermann bisher immer vermieden hatte, einen Fuß in das Sheraton zu setzen… Er kann einem echt leid tun J.
Samstag, 17.1.2009
50 Jähriges Jubiläum der Ethiopian Evangelical Church Mekane Yesus (Lev. 25, 8-55)
Heute Morgen traf ich mich um 8 Uhr mit Thorsten, um zu besprechen, wie wir zu den Feierlichkeiten der EECMY in die „Ethiopian Conference Hall“ kommen wollten. Kurz darauf klingelte das Telefon und Ritters meinten, sie würden uns mitnehmen. Wie nett.
Thorsten und ich suchten uns einen Platz im mittleren Block weiter hinten. Es wurden kleine Audiogeräte mit Kopfhörern verteilt, mit deren Hilfe wir die Reden auf Englisch hören konnten. Es waren viele Europäer anwesend. Um kurz nach 9 Uhr gab es eine kurze Vorstellung des Programms, gefolgt von einer Begrüßungs- und Eröffnungsrede von Qes Itefa Gobena (Präsident der EECMY). Bishof Jim Arends von der La Crosse Synod of ELCA leitete die Eröffnungsgebete mit Repräsentanten von anderen Kirchen aus Europa und Afrika. Ato Degefe Bula hielt eine Rede (Sprecher des „House of Federation“). Anschließend gab es eine Tee- und Kaffeepause, bei der man mit anderen Leuten ins Gespräch kam. Ich verbrachte einige Zeit auf der Toilette zu… Es war etwas schwierig, die schwarze Stoffhose auf dem Stehklo nicht einzusauen… . Pünktlich zum weiteren Verlauf der Veranstaltung fand ich mich wieder auf meinem Platz ein. Es folgte ein musikalischer Beitrag und danach wurden Ehrengäste begrüßt. Dr. Gemmechis Desta (Absolvierer des theologischen Seminars der EECMY und Initiator der reconciliation der EECMY) hielt eine Rede zum 50. Jubiläum in der er darauf einging, dass Jubiläum auch Vergebung hieße (Lev. 25). Er erwähnte, dass die Kirche zu Beginn aus 25.000 Mitgliedern bestand, heute – 50 Jahre später – seien es ca. 5 Millionen Mitglieder.
Anschließend hielten Vertreter der verschiedenen Länder (Evangelical Lutheran Church USA, Danish Evangelical Mission, Finnish Evangelical Lutheran Mission, etc.)eine kurze Rede. Für das ELM war Dr. Kollmar (Oberlandeskirchenrat) aus Deutschland angereist. Die Berliner Mission überbrachte Grüße vom Bischof der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg: Wolfgang Huber und überreichte ein Poster mit der diesjährigen Jahreslosung „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“
Dem Überbringen der Grüße schloss sich ein (unstrukturierter und nicht chronologisch geordneter) Rückblick über die Geschichte der EECMY an. Dann gab es Mittagessen. Thorsten und ich entschieden, nicht länger zu bleiben. Wir suchten uns einen Minibus und fuhren zurück zum compound. Dort angekommen, bekämpfte ich meine Kopfschmerzen und schrieb eine E-Mail an meine Eltern. Später trank ich mit Stephi und Thorsten einen Kaffee bei ihnen im Garten und unterhielt mich später eine ganze Weile mit Fu-Lan.
Abends fuhr ich mit Silke ins Blue Tops, essen. Wir bestellten einen Salat, eine (kalte) Tomatensuppe mit Fleisch und Zwiebeln, einmal Käsefondue und eine gemischte gegrillte Platte. Wir teilten das alles und tranken dazu eine Flasche lokalen Weißwein. Zum Nachtisch gab es ein Softeis mit Grappa.
Während des Essens riefen meine Eltern an und ich teilte ihnen mit, dass ich gerade dabei sei, ihren 40. Hochzeitstag zu feiern J.
Das Essen war SEHR lecker und für umgerechnet nicht mal 30 Euro (insgesamt) kann man sich wohl auch keinesfalls beklagen.
Wir suchten uns ein contract-Taxi und fuhren dann noch zu Britta Schmid und ihren Kids. Nachdem ich die Diskussion mit dem Taxifahrer ausgesetzt hatte (er wollte mehr Geld als vorher vereinbart), quatschten wir im Haus eine Weile mit Britta und dann fuhr sie uns gegen Mitternacht netterweise zum compound. Was für ein netter Abend!
Sonntag, 18.1.2009,
Um 7.20 Uhr schlug ich bei Schuerhoffs auf. Joel und Jonah waren schon wach, Stephi und Thorsten bereit zu gehen. Ich bekam noch ein paar lieb gemeinte Hinweise und Anleitungen zu Jeris „Reisetasche“ und dann fuhren sie los. Kurt darauf erwachte Jeremia. Er bekam gerade seine Milch als das Telefon klingelte. Stephi hatte mir vergessen zu sagen, dass Jeremia derzeit im Büro schliefe… Ich teilte ihr mit, dass er gerade seine Milch bekäme J und versicherte, dass sie sich keine Sorgen machen müsse. Gegen 8.30 Uhr kam Silke herüber. Wir deckten den Frühstückstisch ab (Joel und Jonah halfen dabei) und wuschen das Geschirr während sich die Jungs anzogen und fertig machten. Ich kümmerte mich um Jeri und pünktlich um9.20 Uhr machten wir uns mit Karre auf den Weg zur Hauptstraße, um ein Taxi anzufordern. Es dauerte keine 5 Minuten, bis wir alle im Taxi saßen. Jeri flirtete während der Fahrt aus dem Fenster heraus. Um 9.50 Uhr erreichten wir die Deutsche Gemeinde. Die Kids hatten noch ein bisschen Zeit zum Spielen. Der Gottesdienst begann um 10.15 Uhr und wurde heute von dem katholischen Pfarrer geleitet. Die großen Kids verschwanden zum Kindergottesdienst, Jeri blieb bei uns. Er war ganz lieb und pünktlich zum Abendmahl schlief er in seiner Karre ein, so dass sowohl Silke als auch ich (nacheinander) daran teilnehmen konnten. Nach dem Gottesdienst unterhielten wir uns noch mit verschiedenen Leuten am und im Gemeindehaus. Gegen 12 Uhr bat ich Sabine Gossens (Frau des ev. Pastors), das Essen für Jeri in ihrer Mikrowelle erwärmen zu dürfen (das macht Stephi auch oft). Nachdem Jeri gegessen hatte, fuhren die drei Jungs, Silke und ich mit einem Ehepaar, das mit Schuerhoffs befreundet ist und deren Kids ins „Milk House“ zum Essen. Anschließend brachten sie uns zum compound und wir entschieden noch gemeinsam einen Kaffee und Tee zu trinken. Nach langem Suchen fanden wir schließlich auch den Tee und als alles fertig war, kamen Stephi und Thorsten nach Hause. Stephi zeigte mir ihren Teevorrat. Komisch, dass ich in DER Schublade nicht geguckt hatte J.
Anschließend fuhr Stephi mit Silke und mir nach Mekanissa, wo eine Ausstellung von den verschiedenen Missionen und Synoden der EECMY aufgebaut war. Dummerweise waren durch die Umzüge des morgen stattfindenden Timket-Festes sämtliche Straßen einschließlich der Ringroad gesperrt, so dass die Fahrt über eine Stunde dauerte. Bei der Ausstellung kam ich mit verschiedenen Leuten ins Gespräch, traf Adane aus Hossana und kaufte mir ein paar Andenken. Nach zwei Stunden traten wir den Heimweg an. Ich machte mit Stephi noch meine Abrechnung und dann ging ich mit Silke, Ayantu und Thomas ins Motera-Hotel zum Abendessen. Heute Nacht schliefen Silke und ich in einem Zimmer, da der gesamte compound ausgebucht war.
19.1.2009
Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker. Eine Stunde später fragte Silke, ob wir noch zum Jan-Meda-Feld wollten. Ich bejahte und wir quälten uns aus dem Bett. Dann gingen wir frühstücken (Schuerhoffs hatten uns gestern Abend extra Brot und Hörnchen gegeben). Um kurz nach 7 Uhr verließen wir den compound und fuhren mit einem Minibus zum Jan-Meda-Feld, um die Timketfeier zu begutachten. Genaueres darüber demnächst im Menu unter „Timket“.
Um 8.20 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück. Es war gar nicht so leicht, sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. Letztendlich fanden wir auch endlich ein Taxi und um kurz nach 9 Uhr erreichte ich Schuerhoffs Haus. Die großen Jungs spielten draußen mit Tobi und Jan, Jeri vergnügte sich unbeobachtet an Thorstens PC im Wohnzimmer J. Es sollte heute ein Gespräch mit Herrn Kollmar stattfinden. Da aber Feiertag ist und die Angestellten frei haben, hatte ich Stephi angeboten, dass sie an meiner Stelle zu dem Gespräch gehen könne, während ich auf Schlumpfi aufpasse. Silke kam kurz darauf noch herüber und wir tauschten unsere Fotos. Als Stephi von dem Gespräch mit Herrn Kollmar zurück kam, unterhielt ich mich kurz unter vier Augen mit ihr. Nichts schlimmes, hatte nur ein kleines Anliegen. Fu-Lan und Stefan hatten beide noch ein Gespräch, so dass ich noch mit den Jungs spielte. Das Gespräch dauerte länger, so dass wir noch mit Ayantu und Thomas im Motera zu Mittag aßen, bevor wir uns auf den Weg nach Hossana machten.
Zurück in Hossana begrüßte mich Franz und überbrachte mir die erfreuliche Nachricht, dass es keine Ameisen mehr in meiner Wohnung gegeben hätte. Zum Glück!
20.1.2009
Heute erwachte ich mit tierischen Kopfschmerzen. Nach dem Unterricht rief ich bei Heidi an, um mich krank zu melden. Gegen Nachmittag wurden meine Kopfschmerzen etwas besser. Ich recherchierte ein bisschen im Internet bezügl. Jobs, las und schaute dann einen Film an.
21.1.2009
Ich erwachte mit Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen und Halsschmerzen. Nach dem Unterricht legte ich mich ein bisschen ins Bett. Es ging mir gegen 15.30 Uhr deutlich besser, so dass ich mich aufs Sofa legte und las. Danach rief ich kurz bei Schuerhoffs an und stattete dann Franz einen kleinen Besuch ab, bevor ich mich weiter mit meinen Jobgesuchen befasste.
22.1.2009
Heute ging es mir sehr gut, keinerlei gesundheitliche Beschwerden. In der Schule hatten wir viel Spaß. Nach dem Mittagessen war ich eine Weile online und chattete mit ein paar Leuten. Anschließend legte ich mich aufs Sofa, lernte Vokabeln und las. Bis Fu-Lan um 15.30 Uhr anrief und fragte, ob wir heute zusammen den Marmorkuchen aus der Fernschul-Lektion backen wollten. Ich stimmte zu und machte mich um 16 Uhr auf den Weg zu Ritters. Wir hatten viel Spaß. Als der Kuchen im Ofen war, setzten wir uns auf die Terrasse und schnackten. Kurz nachdem der Kuchen fertig war, gab es einen Stromausfall. Was für ein Timing!!! Wir aßen Kuchen und tranken Kaffee. Danach brachte ich mit Tobi Franz ein paar Stücke vorbei. Tobi lief zurück und ich plauderte noch etwas mit Franz. Wieder zu Hause, ging ich schnell online, um meine Chat-Verabredungen zu verschieben, hatten ja keinen Strom und es war klar, dass er vor 22 Uhr nicht wiederkommen würde. Ich verbrachte den Abend -bis das Licht um Punkt 22 Uhr wieder an ging- mit lesen. Und chattete danach mit ein paar Leuten. War echt nett.
23.1.2009
Nach dem Unterricht brachte mir Franz eine Kiste Getränke vorbei und wir quatschten noch eine Weile. Dann recherchierte ich mal wieder nach Jobmöglichkeiten und las dann noch. Abends ging ich auf ein Getränk zu Franz hinüber und sah dann abends „Luther“. Es ist jetzt abends wieder echt kalt. Außerdem regnet es tagsüber wieder manchmal.
24.1.2009
Heute schlief ich etwas länger und erwachte mit Kopf und Ohrenschmerzen. Ich legte mich aufs Sofa und las, bevor ich mich an meine Internetrecherchen machte. Nachmittags ging ich zu Franz und danach begann ich endlich mit diesem Bericht… Wird ja auch höchste Zeit. Gleich gehe ich noch mal zu Franz, dann gucke ich entweder alleine oder mit ihm zusammen „Die Weiße Massai“ und dann kümmere ich mich heute Abend und morgen ENDLICH um die Fotos und den Bericht über Timket.
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