24. Bericht
Montag, 2. Februar 2009 | Autor: birte
25.1.2009
Heute Morgen räumte ich meine Wohnung ein bisschen auf und beantwortete ein paar E-Mails. Gegen 13 Uhr schlug Franz hier auf und fragte, ob wir im Heme Mittag essen wollten. Ich stimmte zu und kurz darauf machten wir uns auf den Weg. Wir aßen „special tibbs“. Es war sehr nett und gegen 15 Uhr waren wir dann auch zurück. Ich lernte noch ein bisschen Vokabeln, schrieb Mails und sah abends noch einen Film.
26.1.2009
Nach der Schule setzte ich mich an den Laptop, um noch ein paar Zusatzaufgaben für den Unterricht zu entwerfen. Anschließend aß ich Mittag und recherchierte im Internet nach möglichen Stellenangeboten. Abends war der Strom mal wieder von 6 Uhr bis 22 Uhr weg, so dass ich las. Als der Strom wiederkam, chattete ich ein bisschen mit Freunden in Afrika, Brasilien und Deutschland. Nebenbei packte ich meine Sachen für Addis.
27.1.2009
Nach dem Unterricht fuhren Ritters und ich nach Addis. Wir machten einen Zwischenstopp in Makanissa, wo Fu-Lan einen Termin hatte und fuhren dann nach Gulele zum compound. Stephi und ich spielten eine Runde mit Jerri im Sandkasten und unterhielten uns mit Fu-Lan. Jerri kann seit ein paar Tagen laufen. Wir aßen alle zusammen Pflaumen. Später aßen Stephi und ich mit den Kids Abendbrot. Da Stephi einen Termin hatte, las ich den Kids etwas vor und brachte sie dann ins Bett. Janka und Silke schlugen dann noch dort auf, um mich zu begrüßen, total nett. Wir quatschten eine Runde und dann verabschiedeten sie sich. Als Stephi wieder kam, unterhielten wir uns ebenfalls noch und gegen Mitternacht verschwand ich in meinem Zimmer.
28.1.2009
Ich frühstückte zusammen mit Silke und Jürgen und verschüttete erst einmal den Kaffee. Um 9 Uhr machten Jan und ich im Kinderzimmer von Joel und Jonah Unterricht. In der Pause unterhielt ich mich draußen mit Janka und wir verabredeten uns für den Nachmittag in der Stadt. Um 12.30 Uhr aßen Ritters, deren Gäste aus Taiwan und ich auf dem compound zu Mittag. Kurz darauf rief Janka an. Ich machte mich fertig und fuhr mit einem contract-Taxi zum Hilton. Dort wartete Janka bereits auf mich. Ich holte Geld und dann fuhren wir einen Sprees (Fruchtsaft) und einen Avocado-Papaya-Saft trinken und unterhielten uns. Anschließend fuhren wir zum Haile Selassie-Shop auf der Churchill Rd. Ich wollte mir eine Gabi kaufen, aber die gab es dort nicht. Wir suchten andere Läden an der Straße auf und ich fand eine, die ihren Zweck erfüllen und mir die Abende auf dem Sofa gemütlicher machen wird. Zurück auf dem compound unterhielten Janka, Silke und ich uns mit Stephi und beschäftigten uns nebenbei mit Jerri. Abends wollte ich eigentlich auf die Kids aufpassen, damit Stephi zum Chor konnte. Allerdings war sie so k.o., dass wir entschieden, zu Hause zu bleiben und stattdessen zusammen einen netten (langen) Abend zu verbringen. Wir verabredeten uns für morgen Abend mit Katrin.
29.1.2009
Heute frühstückte ich wieder auf dem compound. Vor dem Unterricht spielte ich eine Weile mit Jerri, bevor Jan bei Schuerhoffs aufschlug. Anschließend aßen Jan, Tobi, Stefan und ich zusammen zu Mittag. Ich stattete Silke, die faul in der Sonne lag, einen Besuch ab, um sie nach ihren Plänen zu fragen. Wir wollten zusammen zum Bambis-Supermarkt fahren. Ich ging kurz zu Stephi ins Büro, da ich mit ihr ohnehin noch etwas besprechen musste und fragte, ob wir ihr etwas vom Bambis bitbringen sollten. Daraufhin bot sie an, uns mitzunehmen, da sie dort ohnehin hin müsse. Wie praktisch. Wir unterhielten uns noch eine Weile im Büro und blödelten herum. Dabei schaffte ich es doch tatsächlich, mir mit dem Tacker in den Zeigefinger zu tackern J. Das tat ganz schön weh, am besten, ihr probiert es nicht aus… aber dennoch haben wir Tränen gelacht. Das war wieder soo tyoisch
… Wir warteten also bis Hannah kam, um auf Jerri aufzupassen, luden Silas und Joel ein und fuhren los. Die Jungs hatten Fußballtraining. Wir setzten sie ab und fuhren dann einkaufen. Auf dem Rückweg fingen wir die Jungs wieder ein, holten Jonah von einem Freund ab, setzten Silas zu Hause ab und kamen gerade pünktlich, bevor Hanna von ihrem Taxi abgeholt wurde wieder auf dem compound an. Wir telefonierten mit Katrin, um zu klären wann wir uns wo heute Abend treffen wollten. Wir einigten uns auf den Thailänder. Stephi und ich brachten die Kids ins Bett, Mulu bekam das Babyphon und auf ging’s. Wir holten Katrin zu Hause ab und sie zeigte uns den Weg. Ich aß eine sehr leckere und scharfe Suppe vorweg. Das Essen war lecker. Es war ein sehr netter Abend.
30.1.2009
Heute Morgen stand ich um 8.30 Uhr auf und frühstückte in aller Ruhe. Ich legte mich in die warme Sonne und las, bis ich um 13 Uhr zu meiner Verabredung mit Paul Hector von der UNESCO im ECA Gebäude aufbrach. Ich nahm ein contract-Taxi und stieg vor dem ECA Gebäude aus. Die Security teilte mir mit, dass ich mir erst einen Besucherausweis besorgen müsse, waren aber sehr hilfsbereit. Sie erklärten mir wie und wo ich ihn bekomme. Kurz darauf stand ich vor einer kleinen Wellblechhütte und erklärte dem Beamten dort, wer ich sei, zu wem ich um welche Uhrzeit wolle, hinterließ meine Anschrift und Telefonnummer und bekam dann im Tausch gegen meine ID den Besucherpass. Mit dem Pass ausgerüstet, ging ich wieder zu den Leuten von der Security und nach einer kleinen Taschenkontrolle bekam ich Zutritt. Ich musste ins „new building“ und wurde auch durch einen netten uniformierten Äthiopier dorthin geführt. Ich nahm den Aufzug in den ersten Stock und fand die Büros der UNESCO sofort. Paul Hector war noch in einer Besprechung, so dass ich etwas warten musste. Als er kam, entschuldigte er sich, versorgte mich mit Material über die UNESCO und wir unterhielten uns 1,5 Stunden sehr angeregt. Es war ein sehr nettes und aufschlussreiches Gespräch. Ich bedankte und verabschiedete mich und fuhr mit dem contract-Taxi zurück zum compound. Dort angekommen begrüßte ich Thorsten, der gerade von einer Dienstreise zurückgekommen war und spielte mit Jonah und Jerri. Kurzdarauf kam Stephi zurück und ich erzählte ihr von dem Gespräch. Anschließend setzte ich mich zu Janka und Silke (und deren Bekannten Salka und Alex) auf die Veranda. Wir aßen gemeinsam und tranken Wein. Als die Gäste gegangen waren, zündeten wir das Holz im Kamin drinnen an und machten es uns gemütlich.
31.1.2009
Nach dem Frühstück fuhr ich mit Stephi, den Kids und Lauenhardts zum NGO Basar nach Mekanissa. Dort angekommen, aßen wir erst einmal alle ein Eis und schauten uns dann in Ruhe um. Zu Stephis Überraschung habe ich gar nichts gekauft J Nach dem Besuch auf dem NGO Basar, wollte Stephi in ein Lederwarengeschäft. Die Kids blieben im Auto, während wir Jacken anprobierten. Ich kaufte mir eine, die jetzt noch ein wenig abgeändert werden muss. Angeblich ist sie nächste Woche fertig. Dann kann ich sie mir abholen. Auch Stephi lässt sich eine ändern. Ich kaufte noch einen Lederrucksack (mein neu erstandener Plastikrucksack hat nicht einmal 2 Tage gehalten…). Nach unserem Einkauf fuhren wir noch zum „Melting Pot“ und aßen dort Mittag. Auf dem Rückweg standen wir eine Ewigkeit im Stau (Stephis Taktik, den Stau zu umfahren, brachte leider gar nix, da die ganze Stadt gesperrt zu sein schien). Später hörten wir, dass wohl der Premierminister durch Addis gefahren sei. Zurück auf dem compound waren Katrin und Jens gerade da. Wir spielten draußen mit Jerri Fußball und tranken dann alle zusammen Kaffee. Kurz darauf brachte Joels Klassenlehrerin und sein Musiklehrer (Ehepaar und Eltern von Silas) Silas vorbei. Ich tauschte mit Andra E-Mail Adressen aus, um ihr meine Fotos vom Schulbesuch zukommen lassen zu können. Anschließend brachte ich meine Sachen zu mir und spielte dann mit Stephi und Jerri im Sand. Während die großen Jungs Fußball spielten. Später spielten wir alle zusammen draußen verstecken. Ich hatte von meiner Astgabel aus alles bestens im Blick und die Wächter grinsten mir heimlich zu, während die Kids direkt unter mir darüber berieten, wo ich mich wohl versteckt haben konnte J.
Gegen 20 Uhr traf ich mich mit Silke und Salka in der Stadt. Wie günstig, dass wir vereinbart hatten, dass ich mich noch einmal melden würde, sobald ich die Piazza erreicht hätte… Natürlich funktionierte in dem Moment das Netz nicht… Wir hatten aber Glück und es dauerte keine 5 Minuten, bis wir telefonisch den genauen Treffpunkt ausmachen konnten. Wir fanden uns ohne Probleme. Silke und ich gingen dann ins „Island Breeze“ und aßen lecker Abendbrot.
Als wir gegen 22 Uhr wieder auf dem compound waren, unterhielten wir uns noch eine Weile mit Janka, die auch gerade zurückkam. Um 23.50 Uhr lag ich im Bett.
1.2.2009
Um 4.30 Uhr klingelte mein Wecker. Mein Taxi holte mich pünktlich um 5.20 Uhr ab und brachte mich zum Busbahnhof. Es war kein Problem, ein Ticket zu besorgen, auch wenn ich heute auf mich allein gestellt war. Um 6.15 Uhr kam der Bus. Die Leute spielten heute alle verrückt. Sie drängelten und quetschten, um auch ja als erstes einsteigen zu können. Zwei hatten nach der Rangelei Nasenbluten. Unglaublich. Ich ergatterte dieses Mal einen super Sitzplatz, ohne Eisenstange vor meinem Knie. Während der Fahrt sollte ich dann allerdings doch merken, wo der Haken dieses Platzes war: Eine Metallkiste stand im Fußraum, so dass ich meine Füße darauf gestellt hatte. Das Problem war, dass somit eine Veränderung der Sitzposition nicht möglich war und mein Po irgendwann zu schmerzen begann. Naja. Vermutlich trotzdem immer noch besser als ein blaues Knie von der Eisenstange. Der Bus fuhr wieder nonstop durch. In Hossana angekommen (12 Uhr), nahm ich ein Dreiradtaxi und fuhr zur Synode. Der Witzbold von Beifahrer wollte mir doch glatt 10 birr abknöpfen. Er gab mir widerwillig 5 zurück… zu seinem Erstaunen beharrte ich auf mein restliches Rückgeld, so dass ich immerhin nur 2 birr (eigentlich kostet es 1 birr) statt 10 birr bezahlte. Idioten!
Ich holte meinen Schlüssel von Franz ab, packte meine Sachen aus und rief meine Mails ab. Dann versuchte ich Ritters zu erreichen, die einen Teil meiner Sachen mitgenommen hatten. Ich ging erst einmal hinüber zu Franz, trank ein Bierchen mit ihm und ließ mir erzählen, was sich hier so ereignet hatte. Gegen 20 Uhr erreichte ich Ritters, holte meine Sachen, quatschte ein bisschen mit Fu-Lan und machte mich dann auf den Heimweg. Ich lud die Bilder hoch und dann ging es ins Bett.
2.2.2009
Heute in der Schule lief alles nach Plan. Mittags besprach ich kurz ein paar Dinge mit Fu-Lan. Nachmittags rief mich Janka an und wir unterhielten uns eine Weile. Ich versuchte, für sie etwas im Internet herauszufinden. Später ging ich kurz zu Jürgen und Franz herüber. Einer Tonverkäuferin kaufte ich zwei Kerzenständer in Kamelform ab. Für insgesamt 15 birr kann ich das ja mal machen. Jetzt lade ich die Artikel hoch und schreibe eine kurze Rundmail, bevor ich mir einen Film ansehe. Habe morgen frei J.