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26. Bericht

Montag, 16. Februar 2009 | Autor:

10.2.2009

Heute ging ich nach dem Unterricht wieder zur deaf school. Leider war mein co-worker nicht im Büro und der Schlüssel hing nicht am Brett. Ein anderer Kollege schicke Kids los, um meinen co-worker zu suchen – ohne Erfolg. Damit musste der Computerkurs heute leider ausfallen.

11.2.2009

Nach dem Unterricht war ich mit den Finninnen bei Ritters zum Essen eingeladen. Heidi meinte, sie hätte gehört, dass ich gestern nicht hätte unterrichten können. Nach dem Essen fuhr ich mit ihr zur Gehörlosenschule. Es war menschenleer und Heidi erklärte mir, dass der 9. Und 10. Jahrgang Sportfest im Stadion hätte. Die restlichen Schüler hatten keine Erlaubnis, dorthin zu gehen, aber sie waren eben doch fast alle dort. Ich fuhr mit Heidi hin, um mir dann wenigstens ein Teil des Sportereignisses anzusehen. Die Gehörlosenschule und weitere Schulen aus Hossana veranstalteten Wettkämpfe (Sprints, Weitsprung, Speerwerfen, 400 und 800 Meterläufe, Fußballspiele…). Bei den Fußballspielen ergänzten ein paar Schüler der Gehörlosenschule die anderen Mannschaften. Es war ein sehr interessanter Nachmittag. Heidi und ich lachten viel. Zum Erst über die Ziegen , die auf das Fußballfeld liefen, um dort zu grasen. Kaum waren sie weg, erschienen mehrere Rinder und vergnügten sich auf der Aschenbahn und zu guter Letzt fuhr ein Dreirad-Taxi die Aschenbahn entlang, direkt bis zur gegenüberliegenden Seite der Tribüne. Der Fahrer stieg aus und wechselte ein paar Worte mit dem Schiri, bevor er wieder fuhr. Ach, ich vergaß den Kameramann, der das Fußballspiel aufzeichnen wollte. Die Begrüßung der beiden Mannschaften musste drei Mal stattfinden, da die Kamera wohl nicht bereit gewesen ist. Während er dann das Spiel filmte, sollte der 400 m Lauf stattfinden… wie ungünstig, dass er mitten auf der Aschenbahn stand…

Beeindruckend fand ich, wie schnell die Läufer zum großen Teil ohne Schuhwerk auf dem Kieselsteinboden laufen konnten… Schade, dass ich meinen Fotoapparat heute nicht dabei hatte. Gegen 17.30 Uhr fuhr ich mit Heidi zum compound. Ich unterhielt mich noch eine ganze Weile mit Stefan und Fu-Lan, bevor ich noch kurz bei Franz vorbei schaute und dann zu Hause einen Film ansah und las.

12.2.2009

Heute passierte nicht viel. Nachmittags bereitete ich meinen Unterricht vor, surfte ein bisschen im Internet und las. Abends telefonierte ich länger mit Silke, um unsere Arba-Minch Tour ein bisschen zu planen.

13.2.2009

Nach der Schule suchte ich den Schlüssel für meinen Wasserhahn außerhalb des Hauses. Übers Wochenende wollte ich das Schloss dann doch gern zuschließen, um nicht die ganze Nachbarschaft mit Wasser zu versorgen. Da ich den Schlüssel nicht fand, schickte mir Stefan meine Angestellte kurz herüber und sie zeigte mir, wo sie den Schlüssel aufbewahrte. Kurz darauf kam Franz herüber. Wir fuhren gemeinsam nach Hossana rein, um Bananen etc. zu kaufen. Ich kaufte zwei Kilo Avocados und zwei Kilo Bananen für insgesamt 24 birr… das sind nicht einmal zwei Euro. Wir nutzten die Gelegenheit und tankten (die letzten Tage gab es kein Benzin zu kaufen), bevor wir wieder nach Hause fuhren. Ich entschied mich, endlich mal wieder Sport zu treiben… Nach zwei kleinen Jogging-Runden hörte ich allerdings schon wieder auf… der Arzt in Wiesbaden wusste wohl schon, warum er mir das Laufen mit meiner Kniescheibe verboten hatte… Ich machte dann in meiner Wohnung noch ein paar Dehnübungen – das sollte ich wohl öfters mal machen… Anschließend las ich noch mit meinem Laptop im Bett (Dank meiner Schwester hab ich ja jetzt ganz viele tolle E-Books…).

14.2.2009

Heute Morgen ging ich um 10 Uhr zur Gehörlosenschule, um mir die Haare schneiden zu lassen. Nein, keine Sorge! Ich habe lediglich die kaputten Spitzen schneiden lassen. Ich kam sofort an die Reihe, obwohl eine riesige Menschenmenge versammelt war. Morgen findet eine Hochzeitsfeier statt, da begannen sie heute mit dem Frisieren. Die Gehörlose, die sich meiner annahm, war völlig aufgeregt, dass sie das „ferenji“-Haar schneiden durfte. Es war ein toller und super netter Vormittag. Als ich Heidi fragte, was sie bekäme, druckste sie ein bisschen herum. Schließlich meinte sie ganz zaghaft, dass ferenjis 20 birr zahlen würden, Einheimische 4. Sie wollte mir noch einen Rabatt geben, da ich ja Lehrerin an der Schule sei… Das schlug ich ihr aber aus, denn die Einnahmen fließen ja direkt in den Frisierkurs und in die benötigten Materialien. Und was bitte sind 1,60 Euro fürs Haareschneiden?

Nachmittags kamen Semenesh und ihr Bruder kurz bei mir vorbei. Sie blieben allerdings leider nicht so lange.

Franz und ich fuhren noch einmal nach Hossana rein, Tomaten kaufen.

Abends telefonierte ich eine ganze Weile mit Stephi und gratulierte meiner Tante zum 80. Geburtstag. Wir haben mal wieder seit 18 Uhr keinen Strom…, von daher werde ich jetzt noch lesen.

15.2.2009

Heute schlief ich ganz schön lange… als der Strom um 22 Uhr wieder kam, las ich noch bis in die Puppen. Ich nahm ein ausführliches Bad. Dann kam Franz herüber, um meine Schranktür zu reparieren. Außerdem funktionierte sein Internet nicht, so dass ich ihn an meinen PC ließ. Währenddessen kam Adane vorbei. Wir unterhielten uns recht lange. Als Adane weg war, entschieden Franz und ich, zum Heme Hotel, dem besten Hotel der Stadt, zu fahren, um dort „special tibbs“ zu essen. Als wir ins Auto einsteigen wollten, trafen wir noch Heidi und unterhielten uns eine ganze Weile mit ihr. Sie kam gerade von der Hochzeit. Im Heme war es so laut (es fand dort ebenfalls eine Hochzeitsfeier statt), dass uns der Chef in den 3. Stock bat (eigentlich haben hier nur Übernachtungsgäste Zugang). Ich machte ein paar Fotos vom (geländerlosen) Balkon aus über Hossana. Als die Hochzeitsgäste gegangen waren, aßen wir unten im Essbereich unser Essen. Zu Hause surfte ich noch ein bisschen, lud Bilder hoch und las noch eine Weile.

16.2.2009

Franz reparierte heute mal wieder unseren Wassertank. Ich schaute ihm bei der Arbeit zu und bereitete dann noch meinen Unterricht vor und las noch ein bisschen. Jetzt werde ich den Artikel online stellen und dann vielleicht noch einen Film anschauen.

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