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32. Bericht

Sonntag, 26. April 2009 | Autor:

Freitag, 3. April

Nach dem Unterricht brachte mich Fu-Lan um 11.15 Uhr zur Busstation. Verlief alles völlig problemlos. Um 12 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung. Wir waren noch nicht aus Hossana raus, als ich einen Anruf von Jens bekam. Er sei gerade in Hossana und würde heute Nachmittag nach Addis fahren. Ich überlegte kurz, entschied mich dann allerdings, im Bus zu bleiben. Gegen 17 Uhr erreichten wir (nach einer halben Stunde Pause in Butajira) Addis. Hier ging es im Stop & Go Verfahren weiter, so dass wir den Busbahnhof letztendlich um 18 Uhr erreichten. Mit dem Minibus erreichte ich zehn Minuten später den Missionscompound. Ich verstaute meine Sachen und ging dann zu Schuerhoffs hinüber. Ich spielte mit Joel und habe (wie so oft) verloren. Dann aßen wir alle zusammen Abendbrot. Anschließend tobte ich noch ein bisschen mit Jeri. Danach wurde er von Stephi ins Bett gebracht und die großen Jungs guckten über Solarstrom einen Film. Später las ich Jonah und Joel noch eine Geschichte vor und brachte sie dann ins Bett. Ich schaute einen Film und las, bis Stephi und Thorsten zurück kamen.

Samstag, 4. April

Um 9 Uhr frühstückte ich zusammen mit Christopher. Um 10 Uhrfuhr ich mit Stephi und den Kids zu Selam, Kaninchen kaufen. Streifi ist weiß und hat einen braunen Streifen. Die Sonne schien und es war sehr warm. Wieder auf dem compound zeigten die Jungen Max (dem deutschen Nachbarsjungen) ihr Kaninchen. Während die großen Jungen sich mit den beiden Kaninchen beschäftigten, half Jeri Rata beim Bau des Kaninchenstalles J. Ich half Stephi bei den Grillvorbereitungen. Als Nathalie, Stefanus, Elias, David und Phillip kamen, hatte es leider zu regnen begonnen, so dass die Männer draußen grillten und wir drinnen aßen. Es war trotzdem sehr lecker und ein sehr netter Abend. Ich half Stephi zum Schluss noch mit dem Abwasch und rief dann noch ein letztes Mal vor meiner Reise meine E-Mails ab.

Sonntag, 5. April

Ich frühstückte erneut mit Christopher und gemeinsam fuhren wir mit Stephi und den Kids zur deutschen Gemeinde. Thorsten hielt heute den Gottesdienst zum Palmsonntag. Anschließend trank ich noch einen Tee im Gemeindehaus und unterhielt mich mit einigen Leuten. Gegen 12 Uhr nahm ich dann das Taxi zum Flughafen.

Was die nächsten Tage passierte, könnt ihr dem Reisebericht „Nordtour“ entnehmen. Fotos befinden sich im Fotoalbum.

Mittwoch, 16. April

Heute Morgen um 9 Uhr traf ich Christopher und wir tauschten uns über unsere vergangene Woche aus. Ich entschied mich, heute einen ganz faulen Tag auf dem compound zu verbringen. Da mein Laptop noch bei Schuerhoffs stand, ging ich hinüber, um ihn zu holen. Es war nur Mulu dort. Ich fragte, ob Jeri schliefe und sie bejahte. Ich teilte ihr mit, dass sie ihn mir gerne bringen dürfe, wenn er ausgeschlafen habe. Etwa eine Stunde später brachte sie ihn mir. Er strahlte und streckte sofort seine Arme aus. Ich fuhr meinen Laptop herunter und spielte mit ihm. Nach etwa zwei Stunden kam Thorsten. Wir unterhielten uns eine Weile und dann nahm er Jeri mit ins Haus. Ich aß Mittag und verfasste dann den ersten Teil meines Reiseberichtes. Später kam Stephi dann bei mir vorbei. Sie wollte einen Reisebericht hören. Es regnete mal wieder. Ich ging mit zu ihr herüber und zeigte ihr Fotos. Später sah ich dann noch einen Film, telefonierte mit meinen Eltern und ging recht früh ins Bett.

Donnerstag, 17. April

Ich frühstückte mit Christopher und Jürgen und ging dann zu Stephi hinüber. Ich wollte heute meine fällig gewordene 3. Hepatitis A+B Impfung in der Schwedischen Klinik „abholen“. Da Stephi dort arbeitet, ließ ich mir von ihr die Nummer geben. Ich bekam auch sofort einen Termin. Also machte ich mich auf den Weg und stoppte an der Straße oberhalb es compounds ein Taxi. Leider wusste der Fahrer nicht, wie er zur Schwedischen Klinik kommt, also riefen wir dort an. Die Dame am Empfang wollte dem Taxifahrer keine Auskunft geben, tat es dann aber – nachdem ich mit ihr gesprochen hatte – doch. Später erklärte sie mir, dass in der Schwedischen Klinik ja nur ferenjis behandelt würden und somit wollten sie vermeiden, dass Äthiopier dort aufschlugen. Die Schwedische Klinik ist eine Arztpraxis im europäischen Stil. Vielleicht etwas gemütlicher (nicht so steril-weiß gehalten) als viele Arztpraxen in Deutschland. Ich musste nicht lange warten. Die äthiopische Krankenschwester war sehr nett und wir unterhielten uns auch nach der Impfung noch eine ganze Weile. Ich musste bar bezahlen (das wusste ich aber vorher) und fuhr dann mit meinem Taxifahrer wieder zum compound. Dort angekommen, richtete ich Stephi die Grüße ihrer Kollegin aus und ging dann zum Mittagessen. Nachmittags kam Stephi zu mir und wir quatschten ein bisschen. Kurz darauf gingen wir gemeinsam zu ihnen, aßen alle zusammen Abendbrot und dann kam Katrin, die mit mir auf die Kids aufpassen wollte. Eigentlich wollte ich aufpassen, aber Katrin und Jens fliegen jetzt nach Deutschland und nehmen netterweise schon ein paar meiner Sachen (u.a. meine zerbrochene Brille) mit, um sie meinen Eltern zu schicken. Und so entschieden wir, uns bei Schuerhoffs zu treffen. Ich las den Kids noch eine Geschichte vor, betete mit ihnen und knipste dann das Licht aus. Die beiden sind wirklich unkompliziert. Katrin und ich verbrachten einen sehr netten Abend zusammen. Gegen 21.30 Uhr kamen Jens und Jürgen, die zusammen unterwegs gewesen waren und gegen 22 Uhr fuhren Katrin und Jens nach Hause. Ich las noch eine Weile, bis Thorsten und Stephi nach Hause kamen.

Freitag, 18. April

Heute Morgen frühstückte ich und fuhr dann um 10 Uhr mit Schuerhoffs und einer befreundeten Familie (Ute und ihrem Mann, Linus und Vinzent) in den Menagesha Forest, der westlich von Addis liegt. Die „rough road“ zum Eingang ließ sich ziemlich problemlos fahren. Am Eingang erzählte man uns, dass es bis zu dem Wasserfall 8 km seien. Wir picknickten erst einmal auf dem Zeltplatz etwas oberhalb des Einganges. Anschließend entschieden wir uns, etwa 5 km mit dem Auto weiter zu fahren und dann nur noch 3 km zu Fuß zu laufen, da es sonst für die Kids zu anstrengend wäre. Gesagt, getan. Wir fuhren im Landcruiser vorweg. Der Weg war schmal, es hätten keine zwei Autos Platz gehabt. Es roch sehr gut im Wald und ich genoss die Fahrt…wohingegen Stephi die Fahrt alles andere als angenehm fand. Mir machte nur zu schaffen, dass mein Arm bei dem Geholper ständig an die Tür stoß, was durch die Impfung von gestern etwas schmerzhaft war. Die Brücke, die wir überqueren mussten, wurde erst einmal von Thorsten zu Fuß gecheckt. Er meinte, sie müsse halten. Tat sie auch. Letztendlich fanden wir nach 5 km einen günstigen Parkplatz für zwei Autos, von dem aus man auch wieder zurück fahren kann. Wir sattelten die Kids die kleinen kamen in Babybjörns und dann machten wir uns auf den Weg zum Wasserfall. Die Wanderung sollte nicht lange dauern… nach etwa 10 Minuten hatten wir den Wasserfall erreicht. Die Kids zogen Schuhe und Strümpfe aus und vergnügten sich am und im Wasser. Eine deutsche Frau war mit zwei Mädchen ebenfalls dort und wartete darauf, dass ihr Mann sie von dort mit dem Auto abholte (sie waren bis dorthin gewandert). Wir wagten zu bezweifeln, dass der Mann den Weg mit seiner alten Gurke bewältigen würde und entschieden uns, zurückzufahren, um nicht Gefahr zu laufen, nicht wegzukommen, wenn er irgendwo liegen bliebe. Er kam uns dann auch entgegen – zum Glück an einer Stelle, wo zwei Autos neben einander passten. Alle Achtung, er schien keine Probleme zu haben. Wir fuhren wieder zum Eingang, um auf der Karte zu gucken, wo man noch ein kleines Stückchen wandern könne. Während wir auf die Männer warteten, kamen ganz dicht an unserem Auto zwei Paviane entlang und schauten in die Papierkörbe. Sie gingen zu den Männern und schienen keinerlei Angst zu haben. Wir machten ein paar Fotos. Joel bemerkte in einem Baum vier Guereza Affen, sie trauten sich aber nicht an uns heran. Wir fuhren noch ein Stückchen und machten dann noch einen kurzen Spaziergang. Jeri war im Babybjörn eingeschlafen und hing auf Thorstens Arm. Gemeinsam entschieden wir, Linus‘ Geburtstag mit einem Restaurantbesuch zu beschließen. Ich bestellte mir als Vorspeise einen Krabben-Avocado-Cocktail (man gönnt sich ja sonst nichts). Das Essen war wirklich ausgesprochen lecker. Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Zwischendurch bekam ich einen Anruf von Caroline, einer Schweizerin des Projektes „sport the bridge“. Wir verabredeten uns für morgen.

Samstag, 19. April

Heute Morgen bekam ich einen Anruf meines Nachbarn Franz. Er meinte, ich solle noch einmal duschen, bevor ich käme, wir hätten seit einer Woche kein Wasser in Hossana. Nett, dass er extra angerufen hat!

Ich fuhr zu „sport the bridge“, am Jan-Meda Feld. Ich fand Caroline auch sofort. Sie erzählte und erklärte mir viel über das Projekt und zeigte mir die Zelte und die Einrichtung. Wir sahen währenddessen dem Fußballspiel zu, dass Straßenkinder der Einrichtung gegen andere Kinder spielten. Mir fiel auf, wie fair beide Mannschaften agierten. Ich blieb etwa 2 Stunden und machte mich dann auf den Rückweg. Stephi rief mich an als ich im Taxi saß und ich versprach ihr, direkt bei ihr vorbeizukommen, um zu berichten. Das tat ich auch und ließ sie gleich einen Blick auf meine Wunde (die ich mir in Bahar dar zugezogen hatte) werfen, die sich ein bisschen entzündet hatte. Sie behandelte und verband sie fachmännisch. Den Nachmittag verbrachte ich mit Christopher und abends stellte Stephi fest, dass ich total den Sonnenbrand im Gesicht hätte. Ich hütete die Kids und packte anschließend meine Sachen.

Sonntag, 20. April (orthodoxes Ostern)

Heute Morgen erwachte ich mit tierischen Halsschmerzen. Ich duschte, ging dann zum Busbahnhof und hatte Glück: Ich erwischte den einzigen Bus, der heute (aufgrund des Feiertages) fuhr. Gegen 17 Uhr erreichte ich Hossana und stellte mit Entzücken fest, dass es seit gestern Abend wieder Wasser gab. Was für ein Timing.

Montag, 21. April bis Samstag, 25. April

Mir ging es die ganze Woche total schlecht. Meine Erkältung schwächte mich dermaßen, dass ich vormittags zwar unterrichtet habe, aber nachmittags musste ich mich ausruhen. Wie gut, dass die Gehörlosenschule gerade keinen Unterricht hat. Am Freitag war den ganzen Tag der Strom weg, aber das habe ich quasi verschlafen.

Sonntag, 26. April

Langsam wird die Erkältung etwas besser. Immerhin schaffte ich es heute, den ganzen Tag durchzustehen, ohne zwischendurch zu schlafen.

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