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Die äthiopische Küche

Ein klassisches Essen beginnt mit dem Händewaschen. In manchen Restaurants oder bei privaten Einladungen wird zu diesem Zweck ein Krug Wasser über die ausgestreckten Hände der Gäste in eine kleine Schale gegossen. Begonnen wird stets bei dem ältesten Herren der Runde. Dieser Zeremonie folgt meist ein kurzes Gebet.

Hauptnahrungsmittel und Nationalspeise Injera (gesprochen: Indschera):

Injera ist die Grundlage fast jedes äthiopischen Gerichtes, die zu jeder Mahlzeit serviert wird. Injera wird dem ausschließlich am Horn Afrikas vorkommenden endemischen Getreide „Tef“ hergestellt. Tef ist eine grasartige Getreidesorte, mit sehr kleinen Körnern. Als einziges Getreide enthält es auch eine besondere Art on Hefe. Deshalb muss bei der Zubereitung keine Hefe mehr hinzugegeben werden. Tef – und somit auch Injera – ist kalorienarm, faser- und eisenreich und GLUTENFREI.

Injera wird nicht gebacken, sondern auf heißen, 50 cm bis 1 m großen Tonplatten („Mitad“, siehe linkes Foto ) gedämpft. Der Fladen hat somit keine Kruste. Die Injera-Substanz basiert auf Sauerteig, ist weich, locker und saftig und hat eine schwammartige Struktur. Man kann Injera geschmacklich keinesfalls mit einem Pfannkuchen oder Crêpe vergleichen. Die Farbe ist grau, je hochwertiger das verwendete Mehl, desto heller.

Hinsichtlich der Nahrungsmittelvielfalt gibt es im ländlichen Äthiopien wenig Abwechslung. Die Abhängigkeit vom landwirtschaftlichen Produktionszyklus ist deutlich spürbar.

Durch die in letzter Zeit drastisch gestiegenen Preise für Tef, können sich viele Äthiopier es sich nicht mehr leisten Tef zu kaufen und somit Injera zu essen, so dass immer mehr Leute an Hunger leiden.

Servieren

Die meisten Gerichte werden in großer Runde auf einer Platte, der “mesob” serviert, auf der ein oder mehrere Injera-Fladen ausgebreitet werden. Die dazu gereichten Soßen werden darauf angerichtet.

In Äthiopien symbolisiert das Essen vom gemeinsamen Teller ein gewisses Vertrauen zwischen den Teilnehmern der Mahlzeit.

Die restlichen Fladen werden aufgerollt (etwa wie ein Teppich) und dann in diesem Zustand in etwa 15 bis 20 cm lange Rollen zerteilt. Diese Rollen werden dann in einem Körbchen oder auf einem separaten Teller zu dem großen Fladen mit den Soßen serviert.

Zum Ersten gibt es kein Besteck. Man isst mit der rechten Hand, indem man ein mundgerechtes Stück des Injera abreißt und damit die Gerichte aufnimmt. In der sogenannten “gursha”, einer Geste, bei der man einen Tischgenossen – als Zeichen von Zuneigung oder Respekt – füttert. Ist das Essen beendet, ist meist auch das Injera aufgegessen. Man isst also das „Tischtuch“ gleich mit. :-)

Injera, das am Vortag übrig geblieben ist, wird übrigens nicht weggeworfen! Daraus entsteht Firfir, eines der typischen Frühstücksgerichte.

Autor: birte

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