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köstliche Speisen aus Äthiopien


„Wot“

Wot oder Wat ist der Oberbegriff für eine Art Soße. Es gibt sie in vielen Varianten, mit Rind, Lamm, Huhn oder Gemüse, meist scharf gewürzt mit Berberee-Sauce oder aber auch mild. Die äthiopische Küche kennt eine Vielzahl von uns unbekannten Gewürzen. Die scharfen Gewürze fungieren auch als “Bakterienkiller”, welche zuverlässig alle Bakterien abtöten, die sich in der Hitze schnell entwickeln.

Die weniger scharfen Wots, die kein Berberee enthalten, nennt man “alicha”. Grundlage für alle Wots ist eine große Menge roter Zwiebeln, die gedünstet werden. Anschließend kommen die anderen Zutaten wie Rind, Huhn oder Gemüse, Gewürze und “Nitter Kebbeh“ hinzu. Es gibt auch vegetarische Wots. Generell gilt: Wer es sich leisten kann, isst Fleisch. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche verbietet, mittwochs und freitags den Genuss von Fleisch. In der Fastenzeit werden oftmals sogenannte „fasting“ Gerichte gegessen. D.h.,sie sind ohne Fleisch, Eier oder Milchprodukte, dafür mit Linsen, Erbsen oder anderen Gemüsen. Ein sehr typischer Wot, der meist zu besonderen Gelegenheiten oder zu Ehren von Gästen zubereitet wird, ist Doro Wot. Er enthält Huhn, ganze Eier und jede Menge Berberee. Die Zubereitung ist kompliziert, und kann bis zu drei Tagen dauern.

Die Äthiopier lieben Fleisch. Das beschränkt sich nicht nur auf gekochtes Fleisch. Rohe Gerichte sind ebenfalls beliebt.

„Kurt“ ist rohes Rind, von großen Fleischstücken abgeschnitten, in Soße getaucht und verzehrt.

„Kitfo“ ist ein Gericht aus rohem Hackfleisch, das in Nitter Kibbeh (einer Art Gewürzbutter) und einem sehr scharfen Chilipulver mariniert wird.

Ich habe Kitfo einmal ein kleinwenig roh probiert, es war ganz lecker (Mett ähnlich). Allerdings hatte ich etwas Bedenken bezügl. meiner Gesundheit, so dass ich generell lieber gebratenes Kitfo esse.

Typischerweise wird Kitfo folgendermaßen serviert: in eine kleine Schüssel werden Blätter des „falschen Bananenbaums“ („Ensete“), der in Äthiopien fast überall wächst, gegeben. Auf diese Bananenblätter wird dann das Kitfo gefüllt. Dazu werden ein Löffel und Injera gereicht. Oftmals erhält man dazu “Kocho“, eine Art Brot.

Kitfo wird oft auch mit “Ayb” (einer Art Hüttenkäse), der gekühlt ist, serviert. Kitfo kann mit Ayb vermischt oder separat gegessen werden.

„Nitter Kibbeh“

Nitter Kibbeh ist geklärte Butter. Nitter Kibbeh wird mit Ingwer, Knoblauch und anderen Gewürzen aromatisiert.

„Firfir“

Firfir oder fitfit wird aus zerkleinertem Injera oder Brot und Gewürzen hergestellt. Firfir ist ein typisches, äthiopisches Frühstück.

„Kocho“ ist eher eine Speise der ärmeren Menschen. Es wird aus der „Falschen Banane „Ensete“) hergestellt. Aus der darin enthaltenen Stärke stellen die Frauen Kocho her, eine käseähnliche, vergorene Teigmasse. Dazu schaben sie das stärkehaltige und faserige Speichergewebe in den unteren Blattstielen und den Wurzeln aus, füllen die Masse in ein großes, mit Enseteblättern ausgelegtes Erdloch und decken dieses mit Blättern ab. Dazu kommt eine „Startkultur“: etwas bereits vergorene Masse. In der sind die notwendigen Bakterienstämme enthalten, die für einen guten Gärprozess wichtig sind. Ist die Gärung nach einigen Monaten abgeschlossen, holen sie die Masse heraus, pressen die enthaltene Feuchtigkeit aus und lassen sie trocknen. Sie kann dann zu gut lagerfähigem Mehl vermahlen werden. (Quelle: www.agrar.uni- kassel.de/ink/gwh/hausgaerten/afrika/portrait/ensete/setenset.htm)

Kotcho riecht meiner Meinung nach nach Gummi, fühlt sich so an und schmeckt auch so… .

Nach jedem Essen wird wieder Wasser zum Händewaschen gereicht, dieses Mal mit Seife. In der Regel wird jedes Essen mit dem Trinken eines Kaffees beendet.

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