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Meine Erlebnisse

25.3.2009

Heute fand kein Computerkurs statt, da der Klassenschlüssel in einem Büro hing, das nicht besetzt war… Wir spielten mit den Kids Spiele (Videos lade ich hoffentlich morgen hoch). Katja wollte einen Lizzard (siehe Fotos) aus dem Waschbecken retten und riss ihm dabei den Schwanz ab :-( .

Ich unterhielt mich recht lange mit Abiso, einem der Lehrer, und verabredete mich mit ihm für nächste Woche auf einen Kaffee.

Anschließend gingen wir zum Jungenschlafsaal und trafen auf unseren Turner. Er ging mit uns und einer Traube anderer Gehörloser zum Fußballplatz der deaf school. Dort wärmte er sich auf und zeigte uns dann einige Akrobatikbahnen. Eindrucksvoll. Ist der Gleichgewichtsinn bei Gehörlosen nicht stark beeinträchtigt!?

24.3.2009

Heute im Computerkurs fertigten wir eine Liste an, um die Schüler zu überprüfen und ließen uns dann einzeln zeigen, wie sie einen Ordner erstellen. Nachdem sie das getan hatten, sollten sie einen kurzen Text über sich schreiben und diesen im Ordner speichern. Einige waren echt gut und schnell, so dass wir sie bei paint ein Bild malen ließen, dass sie dann ebenfalls speichern sollten. Nächste Woche sollen sie es dann in Word einfügen…, mal schauen.

Nach dem Unterricht gingen Outi und ich noch zu den Jungs, sie spielten Tischtennis. Wir setzten uns zu ihnen und lösten mit ihnen Sudoku-Rätsel und Streichholztricks. Auch die Mädchen kamen hinzu. Irgendwann kam Katja dann dazu und einer der Jungs fing an, zu turnen. Er sprang auch mal eben einen Salto aus dem Stand. Er versprach uns, das morgen zu wiederholen, damit wir Fotos machen und filmen könnten. Gegen 18 Uhr waren wir zurück auf dem compound.

 

18.2.2009

Als ich zur deaf school kam, wollte ein Kind für mich den Schlüssel holen. Es kam -ohne Schlüssel wieder. Ich überlegte, wie ich herausfinden könne, was mit dem Schlüssel sei. Das Kind war jedoch so clever und schrieb mir auf einen Zettel, dass wir noch ein paar Minuten warten sollten, mein co-worker würde den Schlüssel bringen. Die Schüler hatten allerdings weniger Geduld als ich und so lief ein weiterer Schüler zu den Büros. Kurz darauf kehrte er mit dem Schlüssel wieder. Ich ließ die Schüler wieder einen Text abschreiben, mit allen Zeichen und bat sie, auch die Formatierungen zu beachten. Das hat ziemlich gut geklappt. Trotzdem hoffe ich, dass das whiteboard bald wieder zur Verfügung steht…

13. Januar 2009

Heute bekam ich einen kleinen Schock. Während ich unterrichtete, gab es eine kleine Explosion und kurz darauf waren 4 Computerbildschirme schwarz. Davon abgesehen, dass ich mich anfangs wunderte, dass die Schüler der Knall so völlig kalt ließ (Ja, ich stand unter Schock, sonst ist mir schon bewusst, dass ich an einer Schule für Gehörlose unterrichte…), fand ich die Ursache recht schnell. Mein lieber Kollege hatte etwas Ordnung schaffen wollen und die Kabel der Mehrfachsteckdosen aufgewickelt und mit Kabelbinder festgemacht… Einer der Kabelbinder ist aufgrund der Wärme mit dem Kabel verschmolzen…, so dass es einen Kurzschluss gab. Da die PCs stromtechnisch alle mit einander verbunden sind, waren mehrere Computer betroffen. Ich stöpselte die Kabel erst einmal um, so dass wir weiter arbeiten konnten und am Ende der Stunde entfaltete ich alle Kabel und entfernte die Kabelbinder. Als ich meinem Kollegen davon berichtete, schien ihn das völlig kalt zu lassen….

Dezember 2008

Hatte ich davon berichtet, dass ich auf das Problem gestoßen bin, dass der Bildschirm vertikal eingerichtet war? Es ist immer wieder eine große Herausforderung, denn Lehrer wissen hier in Äthiopien alles. Die Schüler würden es also nicht verstehen, wenn ich ein Problem nicht lösen könnte. Ich übertreffe mich also gerade selbst… immerhin hab ich es geschafft, das Problem zu beheben.

Die Finnen haben übrigens die Steckdosen mit Klebeband wieder an der Wand befestigt, so dass die Kabel nicht mehr heraus gucken…

4. November 2008

Heute war mein erster Tag an der deaf school. Als ich dort ankam, war der Unterrichtsraum noch verschlossen. Ehe ich mich jedoch selbst auf den Weg zum Lehrerzimmer und zu den Büros machen konnte, kam schon eine Schülerin mit dem Schlüssel in der Hand angelaufen. Ich bedankte mich (in Gebärdensprache) und schloss die Tür auf. Dann bat ich das Mädchen, mir einen Stift für das white board zu besorgen. Sie kam mit Kreide wieder…, das muss ich wohl noch üben J. Bis zum Unterrichtsbeginn blieben noch 10 Minuten, so dass ich die Computer vorbereitete, bzw. die Stecker schon einmal in die Steckdosen steckte. Die PCs ließ ich aus, das sollte sie erste Lektion sein. Ich glaubte selbst nicht daran, dass die Schüler und Schülerinnen der 6. Klasse das nicht können würden… – und wurde eines besseren belehrt. Viele konnten es tatsächlich nicht. Zum Glück waren heute von den 17 Schülerinnen und Schülern nicht alle anwesend… es funktionierten von den 11 Computern nämlich lediglich 5. … . Die Kids hatten allerdings überhaupt kein Problem damit, sich einen PC zu teilen, so dass das kein Problem darstellte. Nachdem die Computer erst einmal liefen, ging ich von einem Platz zum nächsten und zeigte, wie man die kleinen Fenster schließt und wie man die Maus bedient (die meisten Kids drücken immer beide Tasten gleichzeitig). Den Rest der Stunde ließ ich die Kids erst einmal selber die verschiedenen Funktionen ausprobieren. Einige beschäftigten sich mit Word (und waren so clever, sich hierüber mit mir auf Englisch zu verständigen), andere probierten die Spiele aus (ich schaffte es sogar, ohne zu reden die Spielregeln verständlich zu machen…) oder folgten einfach dem XP-Rundgang. Ich half, wo Hilfe benötigt wurde und wies ein Paar darauf hin, dass es Zeit sei die Plätze zu tauschen. Auch das klappte ansonsten problemlos. Kurz vor Unterrichtsschluss bat ich die beiden Jungs, die mit mir über Word kommuniziert hatten, den anderen zu zeigen, wie man die Computer richtig herunter führe. Sie meinten, sie könnten es selbst nicht, sie hätten bisher immer einfach den Stecker gezogen (das war von Heidi also kein Witz…). Ich zeigte es ihnen und sie gingen zu zwei anderen Computern und zeigten es den Schülern. Ich hätte erwartet, dass sie von PC zu PC gehen, um es jedem zu zeigen. Ich sollte mich irren: Nachdem sie es den zwei Kids gezeigt hatten, forderten sie diese auf, es den nächsten Schülern zu zeigen, die es dann wieder den nächsten zeigten. Ich war zu tiefst beeindruckt.

Ich muss sagen, der erste Computerkurs lief wesentlich besser als ich es erwartet hatte. Die Verständigung hat gut geklappt, die Schüler sind mir gegenüber hilfsbereit, geduldig, gehen liebevoll mit einander um und man kann ihnen die Freude direkt ansehen. Die Verabschiedung nach Unterrichtsschluss war sehr herzlich und sie brachten so viel Dankbarkeit herüber. Ich freue mich schon richtig auf den nächsten Kurs!

Autor: birte

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