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1. Reisebericht

Jimma-Bedele-Nekempte-Addis

23.Oktober 2008

6.30 Uhr: Jürgen und ich beluden das Auto und tranken noch einen Kaffee. Danach starteten

wir die zehntägige Reise in den Westen.

Hossana lag im Nebel als wir uns auf den Weg nach Jimma machten. Wir verließen noch in Hossana die Asphaltstraße und mussten die nächsten ca. 120 km mit einer zwar befestigten, jedoch nicht asphaltierten Straße vorlieb nehmen. Gleich zu Beginn unserer Fahrt passierten wir Gurage-Siedlungen. Die Gurage gelten bei den anderen Völkern Äthiopiens als fleißig und handwerklich begabt. Das auffälligste Merkmal ihrer eigenständigen Kultur sind ihre großen, runden Häuser. Im Gegensatz zu den üblichen Grashütten bauen die Gurage ihre Häuser aus Flechtwerk anstatt aus Lehm. Im Gebiet der Gurage trifft man auf eine Monokultur. Das Mar der „Falschen Banane“ (Ensete) bildet die Ernährungsgrundlage des Volkes. Viele der Männer handeln heutzutage mit Holz und Tschad. Demzufolge sind viele von ihnen Pendler und unter der Woche eher in Addis als auf dem Land anzutreffen. Die Zonen-Hauptstadt der Gurage-Region ist Welkite, etwa 125 km von Hossana entfernt.

An der Abzweigung nach Welkite bogen wir in die entgegengesetzte Richtung ab und erfreuten uns über die asphaltierte Fahrbahn. Rechts und links am Straßenrand blühten noch die gelben, wunderschönen Meskel-Blumen. Nach einer Weile kamen wir an einer –mitten in der Wallachhai stehenden – Moschee vorbei. Wir passierten den Gibe Fluss, der bei etwa 1000m ü.N.N. liegt. Dass es in der Region wärmer ist, war deutlich zu spüren und dem vertrockneten Maisanbau anzusehen. Wir genossen die malerische Landschaft des Oromo-Gebietes mit Bergen und Tälern.

In Serpentinen schlängelte sich die enggeführte Straße herauf und herunter. Reisebusse hatten Schwierigkeiten, auf einer Spur zu bleiben. Wir kamen an Leuten vorbei und stellten gleichzeitig fest, dass es in dieser Region verbreiteter ist, Dinge auf dem Kopf zu transportieren.

12.20 Uhr: Nach 315 km erreichten wir Jimma. In Jimma fand die erste evangelische Arbeit, ausgehend von der Schwedischen Missionstatt, aus der u.a. später die Mekane Yesus Kirche entstand.

Wir legten eine Pause ein und aßen zu Mittag.

13.40 Uhr: Fortsetzung der Fahrt nach Bedele (wo das Oromo-Bier gebraut wird). Recht schnell kamen wir in die Kaffa-Gegend und konnten rechts und lins vom Wegesrand wild wachsende Kaffeepflanzen entdecken. In Aggaro hielten wir an einer Shell-Tankstelle und tankten. Da der Strom zwischendurch immer mal weg blieb, tankten wir nicht voll. Wir erfuhren, dass es in Aggaro Kaffee der ersten Qualität gibt.

Auf dem weiteren Weg kamen wir an einer Baustelle vorbei, und fahnenschwenkende Männer wiesen uns die Richtung (Umleitung). Es wurde unterwegs viel Straßenbau/ Aufforstung betrieben, die Straßenverhältnisse waren unterschiedlich (unbefestigt, befestigt, asphaltiert, etc.). Wir sahen Schmetterlingsschwärme, Affen und Geier und genossen die herrliche Landschaft.

Um 15.50 Uhr telefonierte Jürgen mit Thorsten, der um Rückruf gebeten hatte. Wir erfuhren in der Nähe von Gechi vom Tod Hermann Domianus‘ und machten uns direkt (über Nekempte und Ambo) auf den Weg nach Addis. Rechts und links blühten die gelben Meskel-Blumen und wir entschieden uns, einen Strauß zu pflücken.. Bei dem Passieren eines Schlagloches flog ich so hoch, dass ich mich an der Windschutzscheibe abstützen musste und entschied mich dazu, mich doch wieder anzuschnallen (ist hier keine Pflicht).

Nach 548 km (von H.) erreichten wir die Kreuzung Gimbi (links), Nekempte (rechts) und gleichzeitig wieder eine asphaltierte Straße. In Nekempte führte Jürgen mehrere Telefonate, wir aßen schnell zu Abend (es war ca. 18.15 Uhr) und fuhren dann um 19 Uhr über Ambo nach Addis. Die Straße ist leider sehr schlecht und mit vielen Schlaglöchern ausgestattet, was bei der Dunkelheit (hier wird es um Punkt 19 Uhr stockdunkel) die Fahrt sehr schwierig machte. Wir sahen in der Dunkelheit mehrere Hyänen, einen Affen und einen abessinischen Fuchs. Wir sahen die beleuchtete Stadt Ambo (die Stadt nach der das Mineralwasser benannt ist) von oben und erreichten gegen 24:30 Uhr den compound der Hermannsburger Mission in Addis.

zu den Fotos

Autor: birte

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2 Kommentare

  1. 1
    circusclown ;) 

    aaaaalso… (jaja, okay, der kommentar kommt ganz schön spät…) dennoch:
    1. was ist tschad? wenn jemand mit holz und tschad handelt, wird wohl vermutlich nicht das land gemeint sein.
    2. hast du schon mal was davon gehört, dass man sich in erster linie anschnallen sollte, weil es sicherer ist und nicht weil es pflicht ist?
    3. die straße ist mit schlaglöchern AUSGESTATTET??? *rofl* na, da wird sich die straßenmeisterei echt mühe gegeben haben, die in der richtigen größe, tiefe und form zu plazieren… ;) :D

  2. 2
    circusclown ;) 

    oh, ich habe 4. vergessen… es gibt ein mineralwasser namens ambo? nie gehört. gibt’s das in deutschland? oder in äthiopien? dann wäre es nicht verwunderlich, wenn ich das nicht kenne…

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