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Jahreskonferenz am Langano 1.1. – 6.1.2009

Donnerstag, 1.1.
Um  11 Uhr fuhren Ritters und ich in Hossana ab und um 14.30 Uhr erreichten wir den Langano. Da wir die ersten Mitarbeiter waren und die Bungalow-Einteilung in Stephis Händen lag, warteten wir bei einem Picknick auf das Eintrudeln der restlichen Mitarbeiter und Gäste. Wir brauchten gar nicht lange warten, da kamen auch schon Stephi und Thorsten. Kurz darauf wurden die Bungalows bezogen (wir hatten eine ganze Reihe für die Mitarbeiterfamilien, Gastfamilien und Babysitter für uns). Ich wurde mit Jan, Eva und Nora (ca.1 Jahr) Kantelhard (Gäste) und Christel (Mitarbeiterin aus Aira) in einem Bungalow untergebracht. Ich kontrollierte auf Anraten, ob das Mückennetz intakt sei, denn am Langano sollte man sich vor den Malaria übertragenden Mücken schützen. Mal davon abgesehen, dass ich nach langem hin- und her Überlegen auch die Malaronetabletten einnahm.
Nachdem alle (Ritters, Schuerhoffs, Jürgen, Kantelhards, Christel, Schmids, Menters, Jens, Behrends, Thomas und Ayantu) eingetroffen und die Bungalows bezogen waren, spielten wir das Chaosspiel. Thorsten, Henning und ich waren für die Organisation und Spielleitung verantwortlich. Jeder von uns war für eine Mannschaft zuständig. Meine Mannschaft meckerte anfangs ein wenig über die fiesen Aufgaben, die wir uns im Team ausgedacht hatten (zugegeben, der Wassertransport und das Füllen des Eimers mit den manipulierten Bechern, war schon etwas gemein ?), aber alle waren mit Eifer bei der Sache und es schien auch den anderen Mannschaften viel Freude zu bereiten. Der Einsatz und Ehrgeiz meiner Mannschaft(„Birte, du kannst doch JETZT keine Fotos machen, wir müssen weiter machen!“) wurden am Ende belohnt. Meine Mannschaft siegte mit einem enormen Vorsprung.
Nach dem Spiel aßen wir gemeinsam zu Abend. Mir wurde vorab geraten, den Salat nicht zu essen. Allerdings vergaß ich die Warnung sehr schnell, als ich die leckeren Tomaten sah.
Anschließend fand die offizielle Begrüßung durch Jürgen statt und nach einer kurzen Vorstellungsrunde aller Anwesenden wurde mir das Wort für den Eröffnungsabend erteilt. Ich hatte ein Quiz über die Arbeit der Mitarbeitenden, zur Geschichte des ELM und den Anfängen der Mission in Äthiopien vorbereitet. Leider dauerten einige Aufgaben (Wasser mit einfachen Mitteln filtern; Knochen flicken; Rinde vom Baumstamm entfernen; etc.) etwas zu lange, so dass wir das Quiz spontan kürzen mussten. Ich hatte aber dennoch den Eindruck, dass es allen Beteiligten Spaß gemacht hat. Gegen 22 Uhr fand eine Abendandacht statt. Anschließend machte ich noch einen kleinen Spaziergang und auf dem Rückweg gesellte ich mich zu einer kleinen Gruppe von uns, die den Abend bei einem gemeinsamen Getränk ausklingen ließ.

Freitag, 2.1.

Um 8 Uhr gab es Frühstück bei uns im Bungalow. Um 8.45 Uhr trafen Eva, Thorsten, Jens und ich uns, um die Lieder, die wir bei der Kinderbibelwoche singen wollten einmal zu üben. Um  9 Uhr begannen wir dann den Tag offiziell mit einem gemeinsamen Singen (Kinder und  Erwachsene). Anschließend verließen Thorsten, Jens, Eva, Hanna und ich mit den Kindern den Gemeinschaftsraum, in dem die Erwachsenen nun ihre morgendliche Bibelarbeit durchführten, während wir mit den Kids am Strand das Thema „Jona“ durchnahmen. Wir trafen uns auf einer  Strandmatte unter den Bäumen und sangen erst einmal drei Lieder. Dann führten wir in die Jona-Geschichte ein. Thorsten hatte ein Anspiel vorbereitet, bei dem er mit seinem Spiegelbild sprach. Anschließend teilten wir die Gruppe, um uns jeweils eine Theaterszene zu überlegen. Thorsten nahm die Kleinen, ich die Großen. Später spielten wir der anderen Gruppe die Szenen vor und diskutierten darüber. Anschließend spielten wir alle zusammen „Jona geh nach Ninive“ (Stehbock-Laufbock, nur dass beim Befreien der Name des zu befreienden Kindes und „geh nach Ninive“ gesagt werden muss). Zum Abschluss der heutigen Kinderbibeleinheit bekamen die Kids T-Shirts, die sie mit Jona-Motiven bemalen durften.
Anschließend gab es eine gemeinsame Tee- und Kaffeepause mit den Erwachsenen. Als nächstes stand für die Erwachsenen die Geschichte der GHM auf der Tagesordnung. Anschließend gab es Mittag, wir aßen wieder alle gemeinsam und danach ging ich mit Stephi und Hanna an den Strand. Der Nachmittag war für uns erst einmal frei, da der MBR tagte, so dass wir währenddessen am Strand blieben. Um 16.30 Uhr gab es dann einen geschäftlichen Teil, an dem alle Mitarbeiter/innen teilnahmen. Nach dem gemeinsamen Abendessen, fand ein Spielabend statt, den Stephi und Thorsten vorbereitet hatten. Leider kamen nicht alle, so dass einige Spiele weggeräumt werden mussten, damit es aufging. An jedem Tisch saßen vier Leute. Die Gruppen entstanden durch die Platzwahl (an jedem Tisch standen vier Stühle, die jeweils mit den Nummern 1-4 gekennzeichnet waren). Nach 10 Minuten wurde jeweils der Tisch gewechselt und das Spiel seines Gruppenvorgängers fortgesetzt. Es war sehr lustig und bereitete sowohl den Kindern als auch den Erwachsenen viel Freude. Anschließend gab es dann wieder eine Abendandacht und der Abend wurde mit einem gemütlichen Beisammensitzen in der „Strandbar“ beendet.

Samstag, 3.1.

Nach dem gemeinsamen Singen mit den Erwachsenen stand heute bei uns „Jona und der Schiffbruch“ auf dem Kinderprogramm. Nachdem wir die Geschichte gehört hatten, spielten wir das Geschehen nach. Die Kids setzten sich in ein Schlauchboot, einer von ihnen spielte den Jona und die Erwachsenen simulierten den Sturm. Nachdem Jona über Bord gegangen und das Boot wieder an Land war, spielten wir „Walfangen“ (Kettenfangen). Anschließend durften die Kids ihre T-Shirts weiter bemalen. Nach der Teepause hielt Jens einen Vortrag über WASUPA (sein Waserprojekt). Nach dem gemeinsamen Mittagessen verbrachten wir die Mittagspause bis zur Teepause am Strand, Hanna und ich fuhren mit Joel im Schlauchboot. Das Nachmittagprogramm ließ ich ausfallen lassen, um Christels und Behrends Geschenk zu ende zu basteln, Katrin (Jens Frau) half mir dabei. Anschließend machten wir einen kleinen Spaziergang am See. Vor dem Abendessen verletzte ich mich beim Sprung über einen 30 cm hohen Zaun. Nein, ich bin nicht am Zaun hängen geblieben, sondern schlichtweg auf einem Stein aufgekommen und mit dem Fuß umgeknickt. Ich kühlte den Knöchel mit einem Eiswürfel und ließ mir von Ursel Salbe geben und Silke brachte mir einen Verband. Aufgrund der Schmerzen ließ ich das Abendprogramm ausfallen, legte mich ins Bett und las und hütete dabei Nora.  Nach der Andacht, humpelte ich zu den anderen, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Sonntag, 4.1.

Nach dem gemeinsamen Singen mit den Erwachsenen, folgte bei den Kids ein Anspiel von Thorsten und mir. Thorsten (alias Prof. Dr. Dr. Schnuerhoff )wurde von mir (Reporter) interviewt. Er kann mit Walen sprechen und so hatte er den Wal Erna mitgebracht. Erna erzählte uns in Walsprache (CD Klänge) wie sich das damals mit Jona zugetragen hatte und Prof. Dr.Dr. Schnuerhoff übersetzte uns diese Geschichte. Anschließend  gingen wir zum Strand, wo wir einen  Wal nachgebaut hatten. Die Kids setzten sich in das Innere des Wales und erzählten, wovor sie Angst hätten und was sie dagegen tun können. Bevor es ans T-Shirt bemalen, Basteln und Malen von Jona Motiven ging, wurde „Wer hat Angst vorm großen Wal“ gespielt.
Nach der Teepause fand ein Vortrag von Herrn Ludwig statt zum Thema Neues Konzept Missionsseminar. Anschließend wurde wieder gemeinsam zu Mittag gegessen und bis 15 Uhr lagen wir am Strand und gingen schwimmen. Nach der Teepause am Nachmittag stand ein weiterer Vortrag von Herrn Ludwig auf dem Programm, zum Thema „Ökumenische Partnerschaftskonsultation u. Globale Tendenzen in der Missionstheologie“. Um 18 Uhr  begannen wir den Abschiedsabend. Familie Behrends geht im Sommer zurück nach Deutschland und Christel wird nicht mehr für das ELM in Aira arbeiten. Thorsten und Stephi hatten sich ein Spiel überlegt, bei dem es darum ging, Ausreisekriterien zu erfüllen. So mussten noch Passfotos (von Herrn Ludwig) gemalt, Zehenabdrücke  (von Jürgen und Fu-Lan) genommen werden, etc. Nach dem Bestehen der Herausforderungen wurde das Essensbuffet am Strand eröffnet. Als alle satt waren, ging es an die eigentliche Verabschiedung. Jeder von uns hatte ein Geschenk für Christel du für Behrends jeweils in eine große Truhe gelegt. Jürgen erzählte eine Story zu den Truhen (sie bekommen hand-made Truhen von Hermann aus Tschallia, die dieser aber nicht hatte auf seinem Motorrad transportieren können…). Dann zog er jeweils ein Geschenk aus der Truhe und derjenige, die es verschenkten kamen nach vorn, um etwas dazu zu sagen.  Es war sehr nett. Wir ließen den Abend am Lagerfeuer am Strand ausklingen, die Gruppe wurde immer kleiner und zum Schluss saßen nur noch Henning, Ursel, Hermann, Stephi, Thorsten und ich am Feuer.

Montag, 5.1.

Heute stand nach dem gemeinsamen Singen für Jona der Weg nach Ninive an. Dazu erzählte Jan Kantelhard eine Geschichte und anschließend wurden zwei Kamelkarawanen gebildet, die verschiedene Aufgaben um die Wette erledigen mussten. Ich konnte mit meinem Bein leider nicht mitmachen, obwohl es schon deutlich weniger weh tat.
Nach der Teepause stand die Fortsetzung des geschäftlichen Teils auf der Tagesordnung. Nach dem Mittagessen gingen wir zum Strand. Es wurde ein Auslug zur Sabana-Lodge am Langano angeboten, zu der die meisten Kids mitfuhren, so dass es bei uns sehr ruhig war. Ich ging mit Jonah und Joel schwimmen und spielte später mit Thorsten und Jens beachvolleyball. Wir waren so intensiv bei der Sache, dass Jens und ich beinahe vergaßen, die Kaffeepause rechtzeitig vorzubereiten ?. Der Sand war allerdings so heiß, dass wir uns feste Schuhe anziehen mussten. Nach der Kaffeepause hatten wir noch bis zum Abendessen Zeit. Nach dem Abendessen fand ein Kulturabend statt, den Jürgen und Stefan organisiert hatten. Hanna stellte das Musical „König der Löwen“ vor und es wurden einige Bücher vorgestellt. Es war ein sehr netter Abend. Im Anschluss fand wieder eine Abendandacht statt und zum Abschluss des Abends wurde noch der Film „Das Leben der anderen“ gezeigt, den allerdings nur noch Hermann, Jens, Stefan und Jürgen ansahen.

Dienstag, 6.1.
Heute Morgen fand ein Gottesdienst statt. Wir sangen wie gewohnt zuerst gemeinsam zwei Lieder und stellten dann die selbstgestalteten T-Shirts vor. Während des weiteren Verlaufes des Gottesdienstes starteten wir mit den Kids draußen in die letzte Runde der Kinderbibelwoche. Hanna, Thorsten und ich waren für das Anspiel (Jona-Gott) zuständig. Ich war die Stimme Gottes und der Busch, der Jona den Schatten spendete. Hanna war dafür zuständig, mich eingehen zu lassen und Thorsten war Jona. Wir sprachen anschließend über Jonas Wut auf Gott und auf das, was er gelernt hatte. Als Spiel stand heute das Atomspiel auf dem Plan. Pünktlich zum Abendmahl wurden wir zum Gottesdienst gerufen. Nach dem Gottesdienst wurde uns für das Durchführen der Kinderbibelwoche gedankt und wir bekamen jeder eine äthiopische Tasse geschenkt. Im Anschluss stand das  Räumen der Bungalows auf dem Programm, bevor wir eine Evaluation der vergangenen Tage vornahmen. Es war eine sehr schöne Zeit, die wir mit einem gemeinsamen Mittagessen abschlossen (Ich war übrigens, trotz des Essens des Salates, eine der wenigen, die keinerlei Magenprobleme bekommen hatte). Danach verabschiedeten sich alle nach einander. In 2 Tagen würden wir uns ohnehin alle in Addis wieder treffen. Ich bekam die Möglichkeit, mit Jens über Zeway nach Addis zu fahren. Wir tranken mit Hermann (der ebenfalls mit seinem Motorrad über Zeway nach Addis fahren wollte) noch einen Kaffee und fuhren dann los. Erst einmal machten wir dann noch einen Abstecher zur Sabana-Lodge und aßen an der Strandbar unterhalb der Bungalows ein sehr leckeres Eis.  Später fuhren wir dann zu Jens Büro in Zeway, weil er mit seinem Chef noch kurz sprechen musste und danach fuhren wir zu ihm nach Hause. Wir entluden das Auto und schwangen uns dann auf sein Motorrad und fuhren mit Hermann zum Zeway-See. Wir sahen viele Marabus. Wir genossen den Sonnenuntergang und fuhren dann weiter zum Bekele Molla Hotel, um dort zu Abend zu essen. Auf dem Rückweg verabschiedeten wir uns von Hermann, der in einem Hotel nächtigte. Bei Jens unterhielten wir uns noch kurz, dann gingen wir ins Bett. Ich las noch ein bisschen und dann fielen mir die Augen zu.

Mittwoch, 7.1.

Heute ist äthiopisches Weihnachten. 8.30 Uhr Frühstück bei Jens mit Hermann. Jens zündete für die weihnachtliche Stimmung eine Kerze an ?.  Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Addis. Unterwegs machten wir mehrere kleine Pausen (Kaffeetrinken, Mittag essen), bei denen wir uns mit Hermann trafen, der mit dem Motorrad fuhr. Wir sahen viele Marabus und Pelikane. Auch einen Kameltreiber ohne Karawane lief uns über den Weg. Hermann, der ja langsamer fuhr als wir, bekam dann auch die dazugehörigen Kamele zu Gesicht. Schade eigentlich. Jens und ich kauften unterwegs noch frische Erdbeeren, die wir mit dem guten Highland-Wasser abspülten, um sie während der Fahrt verzehren zu können. Wir hielten auch, um ein paar Fotos von den riesigen Termitenhügeln zu schießen. Um 15 Uhr erreichten wir Addis.

Langano

94 Fotos

 

Autor: birte

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Ein Kommentar

  1. Hey Birte ein sooo schöner Reisebericht und für mich alles so bildlich ;-) Grandios die Termitenhügel, gell??!!

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